Die "grüne" Bestattung

03-12-2017 12:05:30 Autor:   Andi Dyck Kategorien:   Kultur , Videos , Gesellschaft

Aus dem Leichnam kann ein Baum werden (Bild via youtube.com)

Das Projekt Capsula Mundi von Raoul Bretzel und Anna Cittelli besteht darin, dass der Leichnam in einem 100 % abbaubaren Ei in Fötusstellung zusammen mit einem Baumsamen begraben wird, um neues Leben in Form eines Baumes zu ermöglichen und so den Friedhof zu einem Ort des Lebens umzuwandeln. Dieses Vorhaben, das unbestritten Sinn macht, ist in der Ausführung allerdings beklemmend: Der Leichnam wurde bei der konventionellen Bestattung in den Sarg gelegt - als letzte Ruhestellung, die auch als die einfachste gilt. Die Fötusstellung dagegen deutet auf eine Warteposition hin, sie ist jedenfalls nicht entspannend und könnte somit einen Verlust an der Würde des Leichnams verursachen. Auch die Idee, aus dem Leichnam einen Baum wachsen zu lassen, könnte als Ehr-abschneidend verstanden werden. Demnach ist schon Überzeugungsbedarf notwendig, wenn die revolutionäre Methode greifen wolle. Die Vorstellung, aus dem Baum schaut die verstorbene Seele heraus, kann wiederum versöhnlich wirken, so dass aber neue Probleme auftauchen könnten: z.Bsp. die Hinterbliebenen sind dagegen, dass der Baum gefällt wird. Diese Thematik betrifft eine hochempfindliche Gesinnung gegenüber dem Verstorbenen und dem Tod, so dass eine grüne Bestattung noch einige Zeit zum Wachsen braucht

LIKE uns auFacebook, oder folge uns auf  Twitter.