Die Schweiz feiert das 600 jährige Jubiläum von Bruder Klaus

09-08-2017 09:18:27 Autor:   Maria Betke Kategorien:   Nachrichten , Legenden , Videos

Bruder Klaus, der Friedensstifter und Schutzpatron

Niklaus von der Flüe (geboren am 21.3.1417, gestorben am 21.3.1487) war ein einflussreicher Schweizer Bergbauer und Ratsherr, der mit 48 Jahren alle seine politischen Ämter niederlegte und sich von der Familie verabschiedete, um als Eremit zu leben. Er fand Unterschlupf in einer Ranft (einfache Hütte), wo er 20 Jahre bis zu seinem Tod blieb und ohne Essen und Trinken auskam. Obwohl er sich in die Einsamkeit zurückzog, wurde er trotzdem von vielen Menschen aufgesucht, die ihn um Rat in politischen, religiösen und persönlichen Fragen baten.

Die Schweiz gedenkt sein 600. Geburtsjahr und ehrt ihn, der in 1947 heiliggesprochen wurde, als Mystiker, Friedensstifter und Schutzpatron zahlreicher Kirchen. Aufgrund seiner asketischen Lebensführung und Spiritualität gilt er als Vorbild für friedliche Streitschlichtungen. Unvergessen bleibt sein entscheidendes Einwirken im Dezember 1481 beim Stanser Verkommnis, bei dem die acht Orte des Bundes der Eidgenossen einen Konflikt zwischen Stadt- und Landorten nach intensiven Verhandlungen beilegen konnten. So trug die friedensbringende Einflußnahme des Bruders Klaus zur Verhinderung eines Bürgerkrieges in der Schweiz bei und brachte mehr als 300 Jahre Frieden innerhalb der Eidgenossenschaft. 

Deshalb ist es kein Wunder, dass seine Friedensbotschaften ungebrochen gewürdigt werden. Diese sind Eigenverantwortung und Gehorsam, wobei Gehorsam erstmal zuhören bedeutet und dann "einander gehorchen", also einen Schritt zu dem anderen entgegengehen, gemeinsam nach einer Lösung suchen. Dieses Verhalten begründete eine neue Kultur im Bereich Politik bis hin zur Familie. Diese Regeln führen zum Frieden, der unverzichtbar für das Zusammenleben der Menschen eine Grundlage bildet. Zum Aspekt Eigenverantwortung gehört auch die Einsicht, sich nicht in fremde "Händel" einzumischen. So entstanden die fundamentalen Schweizer Werte Neutralität und friedliche Konfliktlösung. 

Bruder Klaus betrachtete Gott als Urquell des Friedens. In einem Brief an den Rat zu Bern schrieb er: "Fried ist allweg in Gott, denn Gott ist der Fried." Er beschäftigte sich auch mit der Dreifaltigkeit Gottes und erklärte anhand eines dynamischen Radbildes, wie die Allmacht Gottes dreifach von der Mitte des Rades, vom innersten Geheimnis ausgeht, Himmel und Erde umfasst und dann wieder in die Mitte, die Einheit, in den Frieden Gottes zurückkehrt. Ebenso wichtig waren für ihn die Themen das Leiden Jesu und die Verehrung der Eucharistie. 

Erwähnenswert ist die Altersanalyse des anthropologischen Instituts der Universität Zürich Ende der 60er Jahre, bei der die Knochen-Reliquien des Bruder Klaus untersucht wurden. Der Gutachter kannte die Herkunft der Knochenteile nicht und stellte fest, dass dieser Mann zwischen 40 und 60 Jahren gestorben sei. Bruder Klaus verstarb aber mit 70 Jahren. Die Differenz zum 70. Jahr liegt nun darin, dass er mit ca. 50 Jahren seine Abstinenz vom Essen und Trinken begonnen hatte. Es wurden dann keine Nährstoffe für seinen Körperstoffwechsel zugeführt und der Zellzyklus kam zum Stillstand. So gesehen stimmt diese Altersanalyse wieder.  

Niklaus von der Flüe war zu seinen Lebzeiten ein angesehener Mann, ein Vermittler, ein Friedensstifter sowie ein lebender Heiliger und bleibt es bis in die heutige Zeit. 

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