Können Beziehungs-Probleme aus früheren Leben stammen?

12-06-2017 07:54:19 Autor:   Detlef Pape Kategorien:   Leben , Unterhaltung , Gesellschaft

Ich sprach mit einem Mönch, der die Fähigkeit der Schicksalsvorhersage besaß und die aus den vergangenen Leben stammenden Beziehungen zwischen den Menschen sehen konnte. (Bild: flickr / CC BY-ND 2.0)

 

Es gab einmal eine dreiköpfige Familie. Der Mann des Hauses war ehrlich und gut, während seine Frau fleißig und klug war. Sie hatten eine 17-jährige Tochter. Es könnte eine Familie gewesen sein, die von anderen bewundert wurde. Aber genau wie ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Jede Familie hat seine eigenen Probleme“. Die Familie erzählte mir folgende Geschichte:

 

Die Frau und ihr Ehemann wuchsen in einem Dorf auf und kannten sich aber vor ihrer Heirat nicht. Als man ihr den Ehemann vorstellte, meinte sie, dass er sehr schüchtern und ruhig sei. Aber sie fühlte, dass er sehr verlässlich sein musste und stimmte der Heirat zu. Jedoch nach der Heirat bemerkte sie, dass er viele schlechte Angewohnheiten hatte, die sie schwer dulden konnte. Beim Essen machte er seinen Mund nicht zu, und wenn er Nudeln aß, konnten die Nachbarn über oder unter ihnen die widerlichen Geräusche hören, die er von sich gab.

Jedes Mal, wenn das passierte, war sie sehr verärgert. Aber er scherte sich überhaupt nicht darum. Manchmal war sie so verärgert, dass sie ihn „Ulmenpickel“ schimpfte - der sich um nichts kümmert und sein Verhalten nie ändert. Sie fingen an sich darüber zu streiten. Sie war so beschämt über sich selbst, weil es ihrem Ehemann sogar egal war, wenn die anderen über ihn lachten, und auf sie und ihre Tochter herab blickten. Oft wollte sie die Scheidung einreichen. Aber immer wurde sie von ihrer Familie und den Freunden gestoppt.

 

past-life-zhang-cuiying: Der arme Mann war sehr froh, er dachte, sobald er das Geld verdient habe, hätte er genug, um sich eine Frau nehmen zu können. Deshalb, nach langer Vorbereitung, dem Ersteigen der Berge, Durchwaten der Flüsse, fand er endlich die jahrtausendealte Ulme. (Mit Genehmigung von Zhang Cuiying)

 

Immer, wenn sie ihn sah, regte sie sich so auf, dass ihr fast die Luft wegblieb. Der Tochter ging es genauso, sie beschwerte sich, dass ihr Vater sich überhaupt nicht um sie kümmern würde. Niemals nahm er sie mit nach draußen oder umarmte oder küsste sie. Sie kommunizierte selten mit ihm. Obwohl sie Vater und Tochter waren, fühlten sie sich mehr als Fremde.

Manchmal sprachen Mutter und Tochter fröhlich zu Hause, aber sobald der Vater in den Raum trat, gab es eine verlegene Stille. Mutter und Tochter wussten einfach nicht, über was sie mit dem Vater sprechen sollten.

Mutter und Tochter konvertierten später zum Buddhismus und konnten viele Dinge dann leichter nehmen. Aber sobald ihr Ehemann erwähnt wurde, wurde sie noch immer ärgerlich. Sie hatte gehofft, dass sie durch die Kultivierung all die Traurigkeit vergessen könnte, die ihr diese Heirat gebracht hatte.

Jedoch seit sie zum Buddhismus konvertiert war, konnte sie kaum noch den Geruch ihres Mannes ertragen. Deshalb trennten sie sich und weigerten sich ein Wort miteinander zu sprechen.

Nach drei Jahren Trennung entschied sie, sobald ihre Tochter die Eingangsprüfung für das Kollege absolviert hat, sich von ihrem Ehemann scheiden zu lassen. Wegen all dieser Traurigkeit und Schwierigkeiten bekam sie wiederkehrende Kopfschmerzen.

Mir tat meine Freundin leid und ich wollte ihr helfen. Deshalb wendete ich mich an einen Mönch, der die Fähigkeit der Schicksalsvorhersage besaß und über die Beziehungen aus den vorhergehenden Leben der Menschen erzählen konnte. Nachdem sich der Mönch die Geschichte angehört hatte, berichtete mir der Mönch, was er mit seinem dritten Auge gesehen hat. Es gab diese Beziehung zwischen dieser Frau und ihrem Ehemann. 

 

Er sagte, die Frau sei in einem früheren Leben ein sehr armer Mann gewesen und habe ihr Brot mit dem Ausgraben und Sammeln von Kräutern in den Wäldern und Bergen verdient. Als er einmal bei dem Arzneigeschäft am Fuße des Berges die Kräuter verkaufte, sagte der Ladenbesitzer zu ihm:

„Weißt Du, dass es eine jahrtausendealte Ulme auf dem Berg gibt, dessen Rinde für Medizin verwendet werden kann? Jedoch weil sie auf der Spitze des Berges steht, wagt niemand dorthin zu gehen und sie zu holen. Wenn Du die ganze Rinde abschälen kannst und sie an unser Arzneigeschäft verkaufst, wirst Du sehr reich werden.“

Der arme Mann war sehr glücklich und dachte, wenn er dieses Geld verdient habe, könnte er sich eine Frau nehmen. Deshalb, nach langer Vorbereitung, dem Ersteigen der Berge und Durchwaten der Flüsse, fand er endlich die jahrtausendealte Ulme. Der Baum war so groß, dass sogar drei Personen ihn nicht umfassen könnten. Überglücklich begann er die Rinde mit seiner Axt zu entfernen. Aber wegen seinen Anstrengungen vom Suchen des Baumes und dem Bergsteigen, fiel er bald in den Schlaf.

In einem Traum sah er einen jungen Mann in grün, der vor ihm kniete und sagte,

„Ich bin die alte Ulme, die sich tausend Jahre lang kultiviert hat. Ich werde innerhalb drei weiterer Jahre in der Lage sein das Tao zu erreichen und eine Gottheit zu werden. Wenn Du meine ganze Rinde abschälst, werden alle meine Anstrengungen umsonst gewesen sein. Bitte warte drei Jahre lang, dann kannst Du kommen und die Rinde von mir abschälen. Wenn Du meine Anweisung befolgst und Deine Meinung diesbezüglich änderst, werde ich Dich später belohnen.“

Aber der Mann rief in seinem Traum: “Nein, nein, das kann ich nicht machen. Ich will eine Frau haben und kann nicht drei weitere Jahre warten.“

Als er aufwachte, schaute er sich um, sah aber niemanden in grüner Kleidung. Daher setze er das Schälen der Rinde fort. Mit der schweren Rinde von der Ulme kehrte er zurück zum Arzneigeschäft. Der Ladenbesitzer war sehr erfreut ihn wieder zu sehen, und legte die Rinde sofort auf die Wage.

Der arme Mann konnte die Skala nicht lesen und sagte: „Betrüge mich nicht mit der Skala, es hat mich viel Mühe gekostet all diese Rinde zu bekommen.“ Der Shopinhaber versprach: „Gewiss, gewiss. Sollte ich Dich mit der Ablesung betrügen, dann lass mich Dein Sohn im nächsten Leben sein.“

Der alte Mönch erklärte, dass die Frau der arme Mann in jenem Leben gewesen war, ihr Ehemann war die arme alte Ulme, dessen Rinde von ihm im vergangenen Leben abgetragen wurde, und ihre Tochter sei in der Tat der Shopinhaber, der ihn doch in jenem Leben betrogen hatte. So wie die Frau ihren Ehemann beschimpfte, ein Ulmenpickel zu sein, der sich um nichts kümmert, war er tatsächlich der Ulmenbaum, dessen Rinde von ihr in einem anderen Leben abgeschält wurde. Deshalb war sie gezwungen, so viel durch ihn zu leiden.

Der alte Mönch sagte noch, dass das Temperament und das Verhalten eines Menschen in der Tat auf Erfahrungen eines früheren Lebens zurückgeführt werden könnten. Der Ladenbesitzer des Arzneigeschäftes, der den armen Mann betrogen hatte, reinkarnierte nicht als Sohn, sondern als dessen Tochter in diesem Leben. Es war wegen der Gier des Ladenbesitzers, die die Kultivierung der alten Ulme ruiniert hatte, und deswegen er in diesem Leben als Tochter reinkarnierte. Aber ihr Vater, die Reinkarnation des Ulmenbaumes, kümmerte sich überhaupt nicht um sie und liebte sie nicht. Dies war der Grund für die Gleichgültigkeit zwischen Vater und Tochter.

Übersetzt aus dem Englischen von Detlef Pape

 

 

 

 

 

LIKE uns auFacebook, oder folge uns auf  Twitter.