Studentenmassaker: Schuss am 4. Juni 1989 war eine Verschwörung

03-06-2017 07:41:39 Autor:   Hannelore Wang Kategorien:   Menschenrechte , Politik

Friedliche Protestbewegung auf dem Tian`Men Platz

Vor 28 Jahren arbeitete ich in Beijing als Dolmetscherin. Am 3. Juni 1989 um ca.18 Uhr begleitete ich nach Feierabend drei deutsche Ingenieure, die für den Aufbau der Maschinen aus Deutschland in einer großen Firma in Beijing zuständig waren, in den Park, um die Himmelstempel zu besichtigen. Nach dem Besuch der Himmelstempel gingen wir zum Platz des Himmlischen Friedens. Damals um ca. 20 Uhr gab es auf diesem Platz nur einige 100 Leute. Überall war es leer und still. Nachher hatte ich erfahren: Das Beijinger Radio und jedes Straßen-Komitee hatte schon den ganzen Nachmttag verkündet, dass, wenn man ab heute Nachmittag noch auf dem Platz bleibt, es dann sehr gefährlich werden würde. Träte die Lebensgefahr in den abgeperrten Zonen auf, die allerdings die ganze Stadt umfassten, dann würde man selber schuld sein und die Verantwortung selber tragen müssen. Deshalb brachten alle Eltern ihre Kinder und Bekannten sofort vom Himmlischen Platz weg. Wir hatten die Kulturrevolution erlebt und wissen, was es heißt, wenn von Reinigung des Platzes des Himmlischen Friedens gesprochen wird. So wußten alle, dass der Schuss von der Regierung etwas Unheilvolles bedeutet und hohe Gefahr mit sich bringt. Dennoch gab es auch andere, die der Kommunistischen Partei (KP) vertrauten und auf sie zählten. Sie glaubten nicht, dass die KP wirklich den Schuss auf das Volk richten könnte. Da unser Arbeitsplatz sich in einem fernen Vorort von Beijing befand, hatten wir die Kundgebungen nicht mitbekommen. Deshalb staunten wir, weshalb es heute auf dem riesigen Platz so still war, da nur wenige Hundert Menschen da waren.  

 

Die Studenten mit einem weißen Stirnband machten einen Hungerstreik auf dem Platz des Himmlischen Friedens vom Mai bis Juni 1989. 

 

Wir überquerten den berühmten Platz, die westliche Chang-An-Strasse sowie die Wang Fujing-Strasse und kehrten in das Restaurant des Hotels Königs Palast bzw. Wangfu Hotel ein. Nach dem Essen verabschiedeten sich zwei von den drei Ingenieuren. Sie wohnten in der Nähe des Jianguo Hotels. Der zurückgebliebene Ingenieur wollte mich zur Wohnung von meiner Bekannten, die hinter dem Kentuky-Restaurant vor der Strasse Qian Men wohnte, bringen. Im Königs Palast erfuhren wir nämlich, dass in der Strasse Liu Bukou bis zur westlichen Chang An-Strasse alles abgesperrt war, somit war die Gefahr überall gegeben. Auch die U-Bahn fuhr nicht mehr. So konnte ich nicht nach Hause fahren und entschied mich bei meiner Bekannten zu übernachten. 

 

Eine Million Menschen demonstrierten friedlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

 

 

Zusammen machten wir uns auf den Weg. Wir mußten schon wieder die östliche Chang An Strasse überqueren. Da hörten wir deutlich und sehr laut das große Tod-bringende Feuerwerk. "Peng!" "Peng!" Der Ingenieur sagte sofort: „Das sind Kugeln. So habe ich das auch schon bei der Revolution in Budapest erlebt. Das ist eine tödliche Schießerei, so schwül, ganz anders als bei einem Feuerwerk. Hier ist der Anfang der Schießerei.“ Die Revolution in Budapest, Ungarn fand im Jahr 1956 statt. Nun spielt sich in Beijing wieder so etwas schreckliches ab. Vor dem Beijing Hotel schimpften einige Beijinger Bewohner laut: "Faschisten!" und warfen Steine auf die Panzer. Wir gingen schnell an dem Platz des Himmlischen Friedens vorbei. Wir sahen noch, wie vor dem Volksdenkmal einige 100 Leute standen und die "Lieder der internationalen Arbeiter " sangen. Jemand sprach auch durch den Lautsprecher und erklärte die Situation, er appellierte zum Durchhalten.

 

Der junge Student, der hier abgebildet ist, wurde bei diesem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens erschossen. Die KPCh jedoch behauptet, dass auf diesem Platz nicht geschossen wurde. Die Röngten-Bilder von den Knochen zeigen Einschüsse mit Bleihkugeln, die nicht herausoperiert werden konnten. 

 

 

Wir kamen heil bei der Familie meiner Bekannten zu Hause an und der Ingenieur wollte sich gerade verabschieden, als der Sohn meiner Bekannten plötztlich in die Wohnung herein stürzte und berichtete: „Es geht nichts mehr. Der alte Portier vom Restaurant Kentuky wurde gerade von der fliegenden Kugel tödlich erfasst.“ Wir alle rieten dem deutschen Ingenieur, er möge hier übernachten, das wäre am sichersten. Es wäre nicht möglich, ins Hotel zurück zu gelangen. 

 

Wie kann man Unheil abwenden?

 

 Die Nachbarin meiner Bekannten war ihre ältere Schwester. Sie hatte viele Zimmer. Ihr Mann war nicht zu Hause. Es war schon nach 0.00 Uhr. Die ganze Nacht hörten wir Schüsse und Geschrei vom Platz des Himmlischen Friedens. Morgens früh, am 4. Juni, liehen wir uns zwei Fahrräder von der Gastfamilie aus und fuhren so schnell wie möglich zur Arbeit. Unterwegs auf der ganzen Strecke der östlichen Strasse von Qian Men hörten wir überall entsetzliche und laute Rufe: „Das ist unglaublich! Das ist Faschismus!“ Zahlreiche Beijinger Einwohner waren auf der Strasse und schimpften auf die Regierung. Sie konnten es nicht fassen, dass die Regierung auf friedliche Menschen schießen lässt. 

Eine Woche lang hatte ich die Firma nicht verlassen und hatte im Büro übernachtet. Innerhalb dieser Zeit kam mir viel zu Ohren: Vor dem 3. Juni standen viele LKW´s, geladen mit Waffen, in der Strasse Shi Jingshan. Die LKW´s waren nicht verdeckt und so waren die Waffen sichtbar. Es sah nach einer Falle aus: Würden die Einwohner von Beijing die Waffen aus dem LKW holen, dann hätte die Regierung einen Grund, bewaffnete Menschen anzugreifen. Aber der üble Plan ging nicht auf. Niemand von den Einwohnern näherte sich den Waffen. Auffallend war auch der Umstand, dass für eine Zeitlang die absichtlich geöffneten LKW´s unbewacht waren.  

Seit diesem schrecklichen Vorfall vor 28 Jahren las ich viele Artikel über den 4. Juni 1989. Ich erfuhr: Am 3. Juni kamen von der westlichen Strasse Chang An drei Truppen Soldaten, die einen eventuellen Chaos der Studenten-Demonstrationen unterdrücken sollten. Aber es gab keinen Chaos. Weil er ausblieb, wurde die 1. Truppe in Beijing angeordnet, von der westlichen bis zur östlichen Strasse von Chang An überall auf Lebendiges und Bewegendes zu schießen. Daraufhin gab es viele Schüsse, entsetzliche Schreie und große Unruhe. Die Beijinger Einwohner und Studenten wurden wütend, sie hatten noch nie Faschismus erlebt. Manche Beijinger ergriffen Steine sowie Holzstücke und warfen sie auf die Panzer. 

Herr Wang Gongshi erinnert sich, dass er persönlich erlebt hatte, wie einige Kriminalpolizisten den jungen Männern befahlen, die Soldaten schwer zu schlagen. Daraufhin berichteten die staatlichen Fernseh- und Rundfunkmedien, dass die Studenten die ganze Unruhe verursacht hätten und schuld an allem seien. Mittlerweile ist bekannt, dass die KP Chinas die Unruhen absichtlich vorbereitet und inszeniert hatte. Das große Massaker mit vielen Tausenden von Toten war das Ergebnis einer staatlichen Verschwörung.    

Als die 1. Truppe Soldaten überall herum schoß, floss das Blut in der Strasse Liu Bukou. Von da bis zum Platz des Himmlischen Friedens sah es so aus wie auf dem Schlachthof, überall Tote und Blut. Menschen wurden von Panzern plattgefahren. Es sah teilweise wie Hackfleisch aus. Herr Chen Gang erzählte bei einem Interview: „Ich sah menschliche Körper, so dünn wie dünnes Papier auf der Strasse Chang An. Sie waren von den Panzern überrollt und wurden so dünn. Sie klebten ganz fest auf der Straße.“ 

Seit 28 Jahren decken immer noch viele Zeugenberichte die Wahrheit auf: Nachdem die 1. Truppe so ein Blutmeer angerichet hatte, kam die 2. Soldatentruppe zum Einsatz. Sie wurde unbewaffnet zu den noch lebenden Menschen geschickt. Ihr wurde befohlen nicht zurückzuschlagen. Die Absicht war hier, dass die Überlebenden vor lauter Wut und Zorn die unbewaffneten Soldaten angreifen würden. Diese blutige Revolte konnte man dann als Beweis für die gefährliche Bevölkerung Beijings in den Nachrichten verbreiten. Die 3. Truppe kam dann, um das Chaos niederzuschlagen. Die Medien in China berichteten, dass das Chaos und die Schläger überall in Beijing durch eine Militärtruppe gestoppt wurden, die die Sicherheit der Zentrale der KPCh gewährleisten und die Regierung schützen mussten. Nach dem Massaker hatten alle staatlichen Medien über Fernsehen, Radio und Zeitung ununterbrochen propagiert, wie die Regierung mit der Soldatentruppe die Millionenmetropole Beijing erfolgreich gesichert hat und dass die Militärtruppe der Hauptstadt Beijing Glück und Ordnung gebracht hat.

Ab diesem Zeitpunkt glaubten viele Teile der Bevölkerung nicht mehr an die KPCh und traten aus ihren Verbindungen aus. Das wahre Gesicht der KPCh kann man dann erkennen, wenn man ihre vielen Lügen erstmal durchschaut. Wurden die Lügen aufgedeckt, dann reagiert die KPCh mit Mordmaßnahmen. Danach greift sie wieder zum Prinzip Lügen. Täglich kann man über die Alternativmedien hören, dass jemand von den hohen Beamten in den Westen geflohen ist. Viele Leiter der Studentenbewegung hatten auch in Hongkong Zuflucht gefunden. Die KPCh verliert ständig viele Mitglieder, die schon öffentlich ihren Austritt verkünden. 

Während der Studentenbewegungen von Mai bis Juni 1989 wurde die KPCh als Mutter betrachtet. Es bestand die Hoffnung, dass die KPCh sich nur verbessern könne. Es wurde aber nicht daran gedacht, dass die "Mutter" ein Wolf sein könnte. Wenn die KPCh ihre Macht verlieren würde, dann wird ihr schöner Schleier sofort abgezogen und ihr wahres Gesicht gezeigt. Ein Wolf, der im Schafspelz angezogen ist, muss alle zehn Jahre die Bevölkerung reißen. Er lebt und existiert durch die gerissene Beute. Der als Schaf verkleidete Wolf kennzeichnet sich durch Betrügen, Lügen und Gewalt. Wenn die Lügen aufgedeckt werden, dann kommt er mit Gewalt. Wenn die Gewalt nicht mehr fruchtet, dann müssen wieder Lügen herhalten. Das sind die historischen Merkmale des Kommunismus. 

10 Jahre nach dem Studentenmassaker, im Jahr 1999 startete die KPCh eine brutale Verfolgung gegen die Praktizierenden von Falun Gong, die weitestgehend verdeckt und geheim abläuft. Das Studentenmassaker wurde in der Öffentlichkeit durchgeführt, sogar auf dem international konzentrierten Platz des Himmlischen Friedens, das der kommunistischen Führung große Mißachtung aus der ganzen Welt einbrachte. Deshalb werden die unfassbaren Verbrechen an Falun Gong-Praktizierenden nicht in der Öffentlichkeit, sondern geheim im Keller durchgeführt. Lebenswichtige Organe, wie Herz, Leber, und anderes werden systematisch von lebenden Falun Gong-Praktizierenden entnommen. Die Zahl der Organraub-Fälle geht in den Bereich von zig Tausenden, das entspricht also zig Tausende von Falun Gong-Praktizierenden, die dabei ihr Leben verlieren. Viele Ärzte und Krankenhäuser sind daran beteiligt, sie arbeiten unter dem Boden in militärischen Anlagen, die damals zum Schutz gegen sowjetische Raketen eingerichtet wurden. In 2006 hat ein alter Militär-Arzt der Öffentlichkeit enthüllt, dass 36 Arbeitslager mit jeweils mindestens 7.000 bis 12.000 Falun Gong-Praktizierenden als Organbanken gehalten werden. In China gibt es überall große Schlachthöfe, in denen auch an lebenden Falun Gong-Praktizierenden schreckliche Experimente durchgeführt werden. Wang Lijun hat nicht Medizin studiert, machte aber viele Medikamententests mit mehreren Tausenden Menschenleben. Darüber schrieb er eine Arbeit über Körper und Medikamententests. Anne, eine Ehefrau von einem Augenarzt berichtete, dass wenn ein Arzt mit den Organtransplantationen, die er eine lange Zeitlang gemacht hatte, aufhören wolle, dann von den oberen Etagen sofort liquidiert werden würde. Kein Zeuge darf ins Ausland fliegen. Manche Ärzte wurden schon getötet, als sie die Transplantation von lebenden Menschen nicht mehr durchführen wollten.

In China besteht der Kommunismus schon seit ca. 60 Jahren, er wurde in Paris vor ungefähr 100 Jahren geboren und hat sich nicht verändert. Wer möchte auf der Seite des Wolfes stehen und mit ihm wirtschaftliche Verbindungen aufnehmen? Er solle sich schämen.  

 

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