Was bedeutet "kognitive Dissonanz"?

31-05-2017 07:37:08 Autor:   Maria Betke Quelle:   mariabetke@gmail.com Kategorien:   Videos , Menschen

Kognitives Denken (Bild via youtube.com)

 

Verstehen wir einen Begriff nicht, so pflücken wir ihn auseinander: Dissonanz besteht aus den lateinischen Wörtern dis (= auseinander, unterschiedlich, mißlich, unangenehm) und sonare (= klingen) und ergibt den Mißklang. Das Wort "kognitiv" heißt erkennen, so dass die Bezeichnung "kognitive Dissonanz" der erkennende Mißklang bedeuten müsste. Dieser Ausdruck ist nach meinem Dafürhalten allerdings unglücklich formuliert, da ein Mißklang an sich nichts erkennen kann. Er kann nur den Menschen etwas erkennen lassen. Angebracht wäre eher die Formulierung: die kognitivverheißende, kognitivträchtige oder kognitivbringende Dissonanz. 

Nun stammt die Bezeichnung "kognitive Dissonanz" aus der Psychologie und der Musik, wobei bei der Musik die auflösungsbedürftigen Akkorde oder Intervalle empfunden werden. Der Palverlag.de beschreibt die Bezeichnung kognigtive Dissonanz als einen negativen Gefühlszustand aufgrund von nicht zu vereinbarenden Gedanken, Meinungen, Wünschen oder Absichten. 

Also überall da, wo infolge neuer Informationen unser Denken nur mißgestimmt wird, tritt die Situation der kognitiven Dissonanz auf. Denn es stellt sich die Frage, kann die neue Information wahr sein oder nicht. Selbst bei einem hohen Wahrheitsgehalt werden Informationen abgelehnt, weil die Macht der Gewohnheit zu stark ist. Wollen wir Menschen etwas dazulernen, bedarf es im Falle der kognitiven Dissonanz einen Prozess der Wahrheitsfindung und der entsprechenden Korrektur des eigenen Denkens.  

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