Alles in den USA ist teurer als früher

22-05-2017 07:24:22 Autor:   Elisabeth Wang Kategorien:   Wirtschaft , Leben

Massenware ist überall vorhanden.

Vor einer Woche war ich für ein paar Tage in den USA. Davor hatte ich in der Wechselstube 200 EUR umgetauscht und dafür 199 Dollar erhalten. Das hat mich ziemlich verwirrt. In New York wollte ich einen günstigen Koffer mit guter Qualität kaufen. Vor drei Jahren erinnere ich mich, dass man einen guten Koffer für 10 oder 15 Dollar in der 34. Street erwerben konnte. Aber diesmal in den rießigen Massenwaren-Geschäften in der speziellen Strasse 34 staunte ich zum 2. Mal nicht weniger: Ein günstiger Koffer kostet 68 Dollar. Für einen Rucksack oder einen Koffer der Qualitätsgüte normaler Standard wird schon ein Preis von über 80 Dollar verlangt. Schließlich, nach dem Besuch von drei Geschäften, habe ich mich entschieden: „So, nun gehe ich zum Stadtteil Flushing, China Town, wo alles normalerweise günstiger ist. Bei dem Produkt Koffer soll es zwar nicht so sein, aber trotzdem will ich mich noch in Flushing umschauen.“

In der Main Street von Flushing durfte ich zum 3. Mal mit Entsetzen feststellen, dass die Preise explodiert sind. Alles war extrem teurer als früher und als in der 34. Street. Ich erkannte, dass das die Wirtschaftssymptome Trumps darstellen. Immerhin hat seine Außenhandels-Politik „Amerika First“ hohe Einfuhrzölle für chinesische Importgüter eingeführt und diese werden auf den Endpreis aufgeschlagen. Kein Wunder, dass die günstige Ware aus China überall in den USA verschwindet. Dieses Symptom ist zwar für die amerikanische Produktionsindustrie zufriedenstellend. Dennoch ist aufgrund der hohen Endpreise zu bezweifeln, ob die heimische Produktionsindustrie mehr Absatz realisieren und in Folge mehr Menschen einstellen kann, 

Auf jeden Fall gibt es keine günstigen Produkte mehr wie früher. Wenn der Preis gestiegen ist, geht die Kaufkraft zurück, somit kann der Absatz auch nicht florieren und damit einhergehend wird auch der Lohn nicht erhöht. Deshalb kann volkswirtschaftlich gesehen nicht von einerr Wohlstandssteigerung für die Menschen in den USA gesprochen werden. Da der chinesische Billig-Markt in den USA starke Einbußen erleidet, könnte es der amerikanischen Konkurrenz etwas besser gehen. Allerdings ist deren kleiner Vorteil nicht gleichwertig wie der schwere Nachteil auf dem Billigmarktsektor. Die Aussichten für Arbeitnehmer und für die Konsumenten sind im Endergebnis weit schlechter als früher einzustufen.   

Betrachten wir das Konsumverhalten, so wissen wir aus Erfahrung, dass dessen Änderung langsam von statten geht. Die Menschen, die früher Billigprodukte kauften, sind nun gezwungen auf teure Produkte umzusteigen und sich zurück zuhalten. Die Verschuldungsrate bei kurzfristigem Konsum wird steigen. Vielleicht geht auch die Kriminalitätsrate nach oben, 

Die amerikanischen Unternehmer in der Produktionsindustrie für Konsumgüter befinden sich in der Warteposition, ob der kleine Vorteil durch die Absatzverminderung der Billigprodukte aus China für eine Expansionsinvestition ausreicht. Hierzu ist die Prüfung weiterer Wirtschaftsindikaktoren notwendig.  

Wenn wir den Außenhandel Chinas anschauen, so sieht es wirtschaftlich schlechter aus. Es ist aus der Sicht der Menschenrechte zu hoffen, dass besonders die chinesische Billigproduktion zurückgefahren wird. Sicher die Arbeitnehmer des Billig-Sektors haben es nochmals schlechter, sie werden entweder entlassen oder müssen noch weitere Lohnsenkungen in Kauf nehmen. Die ausländischen Investitionen in China, die auf den Export eingerichtet sind, werden auch eingefahren, es sei denn, dass andere Länder ihren Konsum steigern.  

Auf jeden Fall konnte ich mir keinen günstigen Koffer der üblichen Standardkategorie kaufen und bleibe bei meinem alten Koffer. Trumps politische Versprechen sind in Form von teurer Ware sichtbar. Errichten Länder Schutzzölle, so bleibt es nicht einseitig, die Gegenseite wird mit einem Gegenzoll antworten. Die Vielfalt des Absatzmarktes geht verloren. Ob damit der Bevölkerung in den USA wirklich geholfen wird, ist sehr fragwürdig. Für China wünsche ich mir mehr Engagement aus der Politik wenigstens hinsichtlich der existenziellen Menschenrechte. 

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