Der Weihnachtsfrieden von 1914 – Menschlichkeit und Verbrüderung wider den Krieg

29-12-2016 03:57:09 Autor:   Erik Rusch Kategorien:   Menschenrechte , Videos

Die Weihnachtsfeiertage liegen zwar gerade hinter uns, doch ich bin gerade auf einen Ausschnitt des Films „Merry Christmas“ gestoßen, der sehr eindrücklich die außergewöhnlichen Ereignisse am Heiligabend 1914 und an den nachfolgenden Tagen in den Schützengräben der Westfront zeigt, was mich sehr berührte.

Ein Artikel im Spiegel berichtet von der Veröffentlichung eines Briefes eines britischen Offiziers auf der Internetseite der britischen Post. Er schildert gut nachvollziehbar, was damals geschah.

Der britische Offizier Captain Alfred Dougan Chater, der den Brief 1914 an seine Mutter gerichtet verfasste, lag mit seiner Einheit 1914 an der Westfront direkt gegenüber den deutschen Schützengräben:

Ich glaube, ich habe heute einen der außergewöhnlichsten Anblicke gehabt, den man sich vorstellen kann. Gegen 10:00 Uhr morgens sah ich von meinem Unterstand aus einen mit den Armen wedelnden Deutschen sowie zwei weitere, die aus ihrem Schützengraben kletterten und auf uns zukamen. Wir wollten schon auf sie feuern, als wir sahen, dass sie unbewaffnet waren, also ging einer von unseren Männern zu ihnen hin – und binnen zwei Minuten wuselten zwischen den Gräben Soldaten und Offiziere beider Seiten, schüttelten sich die Hände und wünschten sich fröhliche Weihnachten. Wir tauschten Zigaretten und Namen aus, und noch mehr Leute machten Fotos. Ich weiß nicht, wie lange das noch so weitergeht – in jedem Fall aber werden an Neujahr die Waffen erneut schweigen, da die Deutschen unsere Fotos sehen wollen.

Laut dem Offizier liefen die Soldaten völlig gelöst und frei über die Wälle, um für die Toten beider Seiten, die im Niemandsland zwischen den Schützengräben gestorben waren, ein gemeinsames Begräbnis zu organisieren.

Der 1. Weltkrieg dauerte vier Jahre und kostete schätzungsweise 16 Millionen Menschen das Leben. Die von den Soldaten selbst initiierte Waffenruhe und die – wenn auch nur kurzzeitige – Verbrüderung zwischen britischen, französischen und deutschen Soldaten zeigt, dass sich selbst in den extremsten Situationen die Menschlichkeit durchsetzen kann.

 

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