Die indianischen Ureinwohner Amerikas protestieren gegen den Bau der Dakota Öl-Pipeline

11-10-2016 02:02:55 Autor:   David Clapp Kategorien:   Nachrichten , Gesellschaft

Indianer Amerikas protestieren gegen den Bau der Dakota Öl-Pipeline. (Bild: KOLC-TV via YouTube/Screenshot)

Tausende Indianer Amerikas protestieren in Nord-Dakota und verlangen, dass die Bundesregierung die Konstruktion einer fast 2.000 Kilometer langen Öl Pipeline durch Dakota stoppt.

 Die Firma Energy Transfer Partners (ETP) mit Sitz in Dallas, erwarb im Juli Bundesrechte für die 3,8 Milliarden Dollar Pipeline, die täglich eine halbe Million Barrel unverarbeitetes Rohöl von den Ölfeldern in Nord-Dakota zu einer existierenden Pipeline in Illinois transportieren würde.

Wechsel in der Pipeline Route

Ursprünglich sollte die Pipeline den Missouri-Fluss nahe der Stadt Bismarck in Nord-Dakota, überqueren, jedoch äußerte das U.S. Armee Corps von Ingenieuren Bedenken, dass dies die Wasserversorgung der Stadt potentiell bedrohen könnte. Deshalb verlegten sie die Route so, dass sie das Bundesland in der Nähe des Oahe Sees überquert, was aber bei den Sioux Reservates Standing Rocks liegt.

 

Große Sioux National Reservats Karte (Bild: Kmusse via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5)

 Im April gründeten die Sioux aus dem Standing Rocks Reservat und verbündete Stämme ein Protestlager entlang der Pipeline Route bei Canon Ball. Die Demonstranten drückten ihre Besorgnis aus, dass die Pipeline nicht nur ihr für sie heiliges Land verletzt, sondern, dass es auch eine Gefahr für die Wasserversorgung des Reservates darstellt.

Hier ist ein Video zur Zusammenkunft der indianischen Eingeborenen und der Standing Rock Sioux Indianer, von NBC:

Der Stamm der Standing Rock Sioux Indianer klagte auch Regierungsbeamte wegen deren Unterstützung des Ölpipelines Projektes an, ensprechend ihrem Verständniss, dass die U.S. Army Corps of Engineers die Stammeshäuptlinge zunächst ausführlich über das Bauvorhaben hätte informieren und mit ihnen alles besprechen hätte müssen, bevor sie eine Genehmigung zum Bau erteilt. Gerade weil die Pipeline das Risiko birgt, das Trinkwasser der Stammesangehörigen zu verschmutzen.

Die Stämme benötigen das Wasser des Oahe Sees für ihr Trinkwasser, die Landwirtschaft, den Fischfang, zur Erholung und für die Durchführung kultureller und religiöser Zeremonien. Das Trinkwassereinzugsgebiet für die Stämme, das Trinkwasser für Tausende Menschen liefert, befindet sich nur einige Kilometer entfernt der geplanten Pipelineroute.

Eine Entscheidung des Gerichtes fördert die Maßnahme der Regierung

Der Richter James Bioasberg der US Bezirksregierung in Washington, D.C. entschied, dass es nicht genug Beweise gäbe, um die Behauptung zu unterstützen, die Pipeline würde den Standing Rock Sioux Stamm schaden, und lehnte das Gesuch zu einem vorläufigen Stopp des Projektes ab.

Die Entescheidung der Bezirksregierung löste heftigen Protest im Cannon Ball Lager aus. Der Konflikt wegen der Pipeline eskalierte, nachdem private Sicherheitsfirmen, angeheuert von der ETP, gegen die Protestler Hunde und Tränengasspray einsetzten.

Hier ein Video des indianischen Protestcamps in Cannon Ball., Nord Dakota, von Aljazeera:

Jedoch, haben die Regierungsabteilungen der Justiz, des Inneren und die US Armee sofort nach dem Gerichtsurteil ihre Statements abgegeben, mit der Ankündigung, dass das US Armee Corps von Ingenieuren vorübergehend den Bau der Pipeline am Oahe See stoppen will, während sie ihre Entscheidung neu überdenkt. Sie kündigten auch an:

...die Notwendigkeit einer ernsten Diskussion zu einer nationweiten Reform anzuerkennen, mit Einbeziehung der Ansichten der Stämme dazu.

Der Baustopp ist vorläufig und betrifft nur einen Teil des Pipelinebaus von 30 Kilometern zu beiden Seiten des Oahe Sees. Doch der Sieg hat nicht den Zustrom der indianischen Ureinwohner in das Protestcamp vermindert. Es heißt, dass dies die größte Versammlung indianischer Stämme seit einem Jahrhundert sei.

 

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