Pekings See-Miliz – sie fischen nicht einfach nur ...

03-10-2016 01:51:27 Autor:   James Burke Kategorien:   China , Politik

Der Chinesische Fischdampfer Kai Fung Nr. 2 brachte 2012 14 chinesische Bürger zu den Diaoyu Inseln, „um Chinas Hoheitsgewalt durchzusetzen“, berichteten Chinas Staatsmedien in 2012. Die Inseln werden von den Japanern beherrscht und heißen in diesem Zusammenhang auch Senkaku Inseln. (Bild: Tksteven via Wikimedia / CC 3.0)

Die Fischereigenossenschaften in der VR China werden von der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) als See-Miliz benutzt, um der chinesischen Regierung dabei zu helfen, ihre Ziele im Bereich des Süd- und Ostchinesischen Meeres zu verwirklichen.

Dr. James Kraska, Professor des U.S. Naval War College, beschrieb auf der internationalen Konferenz „Conflict in the South China Sea“ an der Yale University, dass die See-Miliz hauptsächlich aus chinesischen Fischereigenossenschaften bestünde.

„Sie arbeiten in Verbindung mit der Volksbefreiungsarmee, Marine und anderen Abteilungen der chinesischen Regierung, um den Interessen Chinas näher zu kommen und sie voranzutreiben“, sagte Kraska auf der Veranstaltung im Mai dieses Jahres, so dass die Fischdampfer zwar ein ökonomisches Motiv zum Fischen hätten, aber sie hätten auch eine Hilfsfunktion für das Militär.

„Im Augenblick beobachten wir, dass die See-Miliz in zahlreichen Friedenseinsätzen involviert ist“, erklärte er. Chinas See-Miliz sei ihm zufolge der Kern der sogenannten „Kohlkopf-Strategie", bei der eine umstrittene Landmarke von vielen Schiffen umzingelt wird.

Kraska sagte, dass sie ferner in der „Grauen-Zonen-Dominanz“ verwendet wird, welche einen informellen, nicht konventionellen Weg darstellt, der aggressiv ist, jedoch nicht zum Krieg führt. Eine Taktik, die die graue Zone mit Krieg und Frieden überspannt.

Außerdem ist die See-Miliz noch an anderen Dingen beteiligt: „Schutz der kritischen Infrastruktur, wie Hafen- und Ölanlagen und bestimmten rechtssichernden oder verteidigenden Missionen, oder um den beanspruchten Rechten Chinas näherzukommen, die hauptsächlich auf historischen Rechten beruhen“, beschrieb Kraska und fügte noch hinzu, dass sie ebenfalls ausländische Schiffe bedrängen (sowohl Kriegs- als auch Passagierschiffe) und Spionage, Überwachungen und Aufklärungen durchführen.

„Außerdem wächst der Verdacht, dass die See-Miliz in Störungen der Unterwasserkabel involviert sein könnten“, meinte er.

Chinas See-Miliz wird auch benutzt, um Stärke zu demonstrieren.

Kraska nannte als Beispiel, wie eine Flotte von 29 Fischdampfern der Sanya Fugang Fisheries Co. eine 18-tägige Expedition zu den umstrittenen Spratly Inseln in 2012 durchführte.

„Bei ihrer Rückkehr durchliefen sie Anerkennungszeremonien, Ankunftszeremonien, ehrenvolle Erwähnungen für den Mut im Namen des Staates“, sagte er.

Während Kriegszeiten, erläuterte Kraska, könne die See-Miliz als breite Palette an Einsatzzwecken verwendet werden, wie z. B. Spionage und Aufklärung, Verstecke, Belästigungen, Blockaden, Mienenräumen, Schutz von Inseln und Patrouillen.

Schau Dir dieses Video von The Telegraph an. Es wurde im vietnamesischen Fernsehen ausgestrahlt und zeigt, wie ein chinesisches Schiff ein vietnamesisches Fischerboot in der Nähe von den umstrittenen Paracel Inseln im Südchinesischen Meer am 26. Mai 2014 versenkt:

Die chinesischen Kommunisten benutzen die See-Miliz schon seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese war während des Krieges gegen Vietnam um die Paracel Inseln im Jahr 1974 hilfreich.

Laut Kraska erhalte die See-Miliz politische Unterstützung aus Peking; außerdem bekomme sie noch Investitionen in die Infrastruktur und Treibstoff-Subventionen. Der Staat statte sie auch noch mit Satelliten-Kommunikation aus und sie bekämen ein umfassendes paramilitärisches Training. „Sie sind berechtigt Rente zu bekommen, wenn sie im Einsatz für die Hilfstruppen oder Milizfunktionen verletzt werden“, schilderte er.

Größte Fischflotte der Welt

Die gesamte Anzahl an Booten, die Peking in Anspruch nehmen könnte, ist unbekannt. Aber das Potenzial ist groß, wenn man bedenkt, dass China nachgesagt wird über 200.000 Fischerboote zu haben.

Adrew Erickson, ein Professor für Strategie am U.S. Naval War College behauptete in einem Interview mit  Defense News, dass die See-Miliz keine gesichtslose Organisation sei und beim Namen genannt werden solle. Weiter äußerte er, dass es an der Zeit sei, dass U.S. Beamte öffentlich über Pekings See-Miliz sprechen sollten.

„Chinas See-Miliz kann von der VR China nur so weit geleugnet werden, wie wir es erlauben und wir sollten nicht zulassen, dass sie geleugnet wird“, folgerte er und verriet noch: „Ich glaube, dass wir bereits jetzt genug Daten haben, um schlüssige und beweiskräftige Verbindungen aufzuzeigen, wobei Quellen benutzt werden können, die in Chinas eigenem System verbindlich und rechtmäßig sind.“

„Das einzige, was noch fehlt, ist, dass ein paar U.S. Regierungsbeamte darüber berichten, um dies offiziell festzuhalten,“ sagte Erickson.

Schau Dir das Video von Kraskas Präsentation über Pekings See-Miliz an der Yale University an:

 

 

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