Innovatives Einweg-Geschirr aus Pflanzenblättern

16-08-2016 00:42:18 Autor:   Erik Rusch Kategorien:   Forschung , Technologie

Warum können wir nicht Einweg-Teller haben, die wir nach dem Grillen einfach wegwerfen können, und die wieder zurück zur Natur gehen? Das war eine Frage, die sich CEO Pedram Zolgadri von leaf republic, einem Unternehmen mit Sitz in München, stellte. Nach intensiver Suche und dreijähriger Entwicklung sind sieben Produkte entstanden, die ohne künstliche Stoffe rein aus natürlichem Material hergestellt werden und ohne belastende Rückstände wieder zerfallen.

Die Kernfrage, die sich er und sein Team stellten, war, welcher nachhaltige Rohstoff kann für die Produktion von Einwegverpackungen oder einer Alternative zu Papier genutzt werden. Heutzutage werden oft tropische Hölzer zur Papiergewinnung genutzt, wobei Bäume gefällt werden, die rund 100 Jahre alt sind. In einem Interwiew mit crowd talk berichtet Pedram, dass 78 Prozent unseres Mülls weltweit aus Papier und Plastik bestehen, und dass genau diese alten Bäume dafür genutzt werden.

Er erzählt weiter, dass mittlerweile sechsmal mehr Plastik-Partikel in den Weltmeeren umherschwimmen als Plankton, das von den Fischen aufgenommen wird und dann über die Fische, die wir essen, in unseren Körper gelangt. Somit essen wir unseren eigenen Müll, formuliert er treffender Weise. Hinzu kommt, dass jedes Jahr laut dem WWF Waldzustandsbericht 2011 eine Waldfläche so groß wie Griechenland hauptsächlich in den Tropen verschwindet ohne nachwachsen zu können - als Rohstoff zur Zellstoff- und Papiergewinnung.

Aus diesen Gründen startete das Team von leaf republic eine intensive Suche nach einem alternativen nachhaltigen Rohstoff und wurde fündig. Sie entdeckten eine Schlingpflanze aus Südamerika und Asien, die die optimalen Vorraussetzungen für die Herstellung von z.B. Einweg-Tellern bietet. Die Blätter der Schlingpflanze können viermal im Jahr direkt von den Bäumen geerntet werden, ohne das überhaupt ein Baum gefällt werden muss.

 
Der Einweg-Grillteller hergestellt aus Blättern einer Schlingpflanze kurz vor der Pressung. (Bild: Screenshot / YouTube)

Danach werden mehrere Blätter mit Grashalmen und Bambussticks zu einer größeren Fläche zusammengenäht und nur durch die weitere Bearbeittung mit hohem Druck, Wasserdampf und Hitze in die Form eines Tellers gebracht. So ist nach drei Jahren Entwicklung in der Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität und der TU München ein praktisches und ökologisch sinnvolles Produkt entstanden.

Weitere Produkte wie Kaffeebecher, Klopapier, Tapeten, Ölfilter oder Kaffefilter werden vielleicht folgen und hoffentlich ein Umdenken in unserem Konsumverhalten anregen.

 

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