Jordanien: Petra – Eine verlassene Felsenstadt gibt Rätsel auf

14-08-2016 00:39:34 Autor:   Laila V. Will Kategorien:   Geschichte , Reisen

Das Temenos-Tor, im Zentrum von Petra (Bild: Screeenshot/ YouTube)
Details der prächtigen Bauten (Bild: Screenshot/ YouTube)
Vorne: Ruinen, hinten: in Fels gehauene Bauten (Bild: Screenshot/ YouTube)
Blick in die Schlucht (Bild: Screenshot/ YouTube)
Das "Schatzhaus" ist das wohl berühmteste Gebäude Petras. (Bild: Screenshot/ YouTube)
In Petra wurde nabatäische, griechische und römische Baustile oft in nur einem Gebäude vermengt. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Mittlerweile hat der Tourismus Einzug gefunden. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Die "Schatzkamemer" von innen. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Details an den Bauten. (Bild: Screenshot/ YouTube)
In Petra (Bild: Screenshot/ YouTube)
Das "Kloster", auf einem Berg außerhalb der Stadt gelegen. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Details am Bau. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Diese Schlucht führt nach Petra. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Die Wohnhäuser im Felsen boten Platz für 30.000 bis 40.000 Menschen. (Bild: Screenshot/ YouTube)
Verzierungen wie dieser Elefant finden sich oft in Petra. (Bild: Screenshot/ YouTube)

In einer Schlucht in Jordanien, eingehauen in Sandstein, liegt die Felsenstadt Petra (arabisch al-Batrā). Lange Zeit hatte man sie in Europa komplett vergessen, nur noch Schauergeschichten von verlorenen Tempelrittern und Legenden der prächtigen Bauten hatten die Zeit überstanden. Tatsächlich war Petra jedoch eine hochentwickelte Stadt und jahrhundertelang wichtiges Handelszentrum der Nabatäer.

Im heutigen Jordanien liegt eine Stadt, die berühmt ist für ihre gigantischen Bauten aus Sandstein und die damit verbundenen architektonischen Meisterleistungen eines längst vergangenen Volkes. Archäologen gehen davon aus, dass im Siq, der Schlucht in der man Petra erbaut hat, schon in der Jungsteinzeit Menschen siedelten. Die Ursprünge Petras sollen von den Edomitern stammen, einem frühen hebräischen Stammesvolk, das jedoch nicht lange hier blieb. Etwa im 3. Jhr. v. Chr. entdeckten die Nabatäer die Siedlung für sich. Eigentlich waren sie ein Nomadenvolk, das die Wüste seine Heimat nannte, dennoch ließen sie sich hier nieder. Sie machten aus der Siedlung eine Stadt, eine Stadt aus Sand gebaut und in Fels geschlagen.

Die Wohnhäuser boten Platz für 30.000 bis 40.000 Menschen. (Bild: Screenshot/ YouTube)

 

Viel ist heute nicht mehr über sie bekannt. Dabei waren die Nabatäer nach dem Untergang des Griechischen Reiches über 400 Jahre die „Herrscher“ über große Teile des Mittleren Ostens. Zeitgenossen beschrieben sie als kluge Kaufleute, als fleißige Händler, und das zeigte sich besonders in Petra.

In einer Schlucht gelegen, war die Stadt für verfeindete Heere schwierig effektiv anzugreifen. Einige Geschäftshäuser lagen zwar offen, aber vor allem  die Wohnhäuser waren gut geschützt in Felsen eingehauen. Sie waren einfach gehalten und boten Platz für 30.000 bis 40.000 Menschen. Eine Art „Römisches Theater“, aufgebaut wie ein Amphitheater, bot bis zu 5.000 Zuschauern Platz. Von anderen prächtigen Bauten ist deren Funktion bis heute nicht geklärt. Ein „Kloster“ wird so genannt, weil in ihm viele Kreuze gefunden wurden; die Nabatäer waren jedoch nicht christlich. Ein „Schatzhaus“, eigentlich ein vergleichsweise schlichter Raum von innen, wird durch die einfallende Sonne in ein rot-braun-gelb leuchtendes Farbspiel verwandelt. Ob hier tatsächlich einmal Schätze aufbewahrt wurden? Heute weiß man es nicht mehr. Felsengräber sind ebenfalls im Stein verborgen. Manche Forscher glauben sogar, dass Petra ursprünglich eine Grabstätte war und erst später zur Stadt wurde.

Diese detailreichen Säulen zeugen von der Baukunst der Nabatäer. (Bild: Screenshot/ YouTube)

 

Im Jahre 106 n. Chr. spitzte sich der Machtkampf eines Nabatäischen Kaisers mit dem Römischen Reich zu, als dessen Vorgänger sich zuvor mit den Parthern gegen die Römer vebunden hatte. Rom umging Petra über den Seeweg auf dem Roten Meer, was dem Handel sehr zum Nachteil war. Schließlich wurde Petra von den Römern besiegt und als Provinz in das Römische Reich eingegliedert. Die Stadt verlor ihre Bedeutung.

Als 663 die Araber über die Region siegten, so nehmen es Forscher heute an, war Petra schon längst verlassen.

Nach den Kreuzzügen im Mittelalter wurde Petra in Europa zur Legende. Man erzählte sich Spukgeschichten von Geistern, die im Fels umherirrten und vom grausigen Ende, welches manch ein Tempelritter in der Stadt gefunden haben soll. Doch mit der Zeit verblasste Petra in Europa zu einer Sage vom fernen Land. Seine Existenz ward vergessen.

Das „Schatzhaus“. (Bild: Screenshot/ YouTube)

 

1812 reiste der Schweizer Jean Louis Burckhardt in den Orient. Mehr durch Zufall hörte er von einer alten Stadt, erbaut in einer 100 Meter hohen Schlucht. Durch seine Berichte flammte die Existenz der sagenumwobenen Stadt Petra erneut auf.

Heute ist Petra der Touristenmagnet Jordaniens und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Enträtselung der Sage bleibt spannend, denn trotz moderner Technik sind die architektonischen Raffinessen Petras nicht gelöst. Wie konnten vor so langer Zeit solch gigantische Gebäude in Fels gehauen werden? Theorien gibt es, schlüssige Erklärungen jedoch sind rar. Manch ein Forscher sagt sogar, dass von Petra nicht einmal 40% entdeckt wäre, der Rest verberge sich unterirdisch und in den Tiefen des Steins.

 

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