Die Geschichte vom „Papa-Baum“

03-07-2016 23:39:08 Autor:   Yi Ming Kategorien:   Geschichte

Der „Papa-Baum“ half dem Mädchen im Laufe der Jahre. (Bild: karla31 via Pixabay/CC01)

Als ich 5 Jahre alt war, wurde mein Vater krank und starb an Krebs. Meine Mutter pflanzte daraufhin einen Baum im Hof und sagte: Nennen wir ihn Papa-Baum.

Eines Tages beschädigten meine Klassenkameraden ein Spielzeug, das meine Mutter für mich gekauft hatte. Ich war traurig und erzählte es dem Papa-Baum. Am nächsten Morgen war mein Spielzeug repariert worden. Ich sprang vor Freude. Da war ich 6 Jahre alt.
 
Als ich auf der Grundschule war, erfuhren meine Klassenkameraden, dass ich keinen Vater hatte und lachten mich aus. Auf dem Höhepunkt meiner Wut schimpfte ich den Papa-Baum  dafür aus und fragte ihn, warum er mich verlassen hatte. Der Papa-Baum war still und ich stand da im Wind. Dann hörte ich ihn sagen: In dieser Welt liebt dich niemand mehr als ich.“ Zu diesem Zeitpunkt war ich 9 Jahre alt.
 
Als ich auf der Mittelschule war, mussten wir eines Tages einen Bericht über unsere Angehörigen schreiben. Ich hatte keine Ahnung mehr wie mein Vater war, ich erinnerte mich nur an die Art, wie  er im Bett lag.
 
Ich ging zum Papa-Baum und fragte: Papa, was für ein Mensch bist du?
 

Papa, was für ein Mensch bist du?

 
Ich hörte eine Stimme weit entfernt: Papa ist mutig und liebt dich am meisten auf dieser Welt. Ich war 14 Jahre alt.
 
In der Hochschule trennte ich mich von meinem Freund, mit dem ich zwei Jahre zusammen war. Ich war so traurig, dass ich drei Stunden vor dem Papa-Baum weinte. Obwohl es regnete, wollte ich nicht hineingehen. Am nächsten Tag erhielt ich einen Brief in dem stand: Eines Tages triffst du jemanden, der dich dein gesamtes Leben lang schätzen wird – von Papa. Damals war ich 21.
 
Nach dem Studium begann ich zu arbeiten und hatte immer weniger Zeit, um in der Firma meiner Mutter auszuhelfen. Infolgedessen sah meine Mutter immer unglücklicher aus.
 Also ging ich zum Daddy-Baum und sagte: Bitte sprich mit Mutter, wenn du  Zeit hast, denn ich möchte nicht das sie unglücklich ist. Nach ein paar Tagen lächelte meine Mutter wieder. Ich wusste nicht, ob es etwas mit dem Papa-Baum zu tun hatte. Solange meine Mutter wieder glücklich war, war ich glücklich. Hier war ich 31 Jahre alt.
 
Viele meiner Wünsche sind nicht in Erfüllung gegangen. Wenige Jahre später wurde bei meiner Mutter Leberkrebs diagnostiziert. Ich rief weinend dem Papa-Baum zu: Ist das, weil ich euch beide nicht genug liebe? Wollt ihr mich alle verlassen? Wenn das so ist, bin ich bereit meine Arbeit zu kündigen und zu Hause zu bleiben, um Mutter zu pflegen. Solange Mutter ihre Gesundheit wiedererlangen kann, bin ich bereit alles aufzugeben.
 
Als ich mich umdrehte, sah ich meine Mutter wie sie bei mir stand mit ihrem grauen Haar, das im Wind wehte und mit schwacher zitternder Stimme sprach: Papa-Baum weiß.

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