Wie ein Diamant – Kaiserin Ma der östlichen Han Dynastie

10-05-2016 22:21:26 Autor:   Visiontimes Kategorien:   Traditionelle Kultur , Geschichte

Während der östlichen Han Dynastie starben viele Kaiser jung und hinterließen Kinder, die den Thron bestiegen. Die meisten der jungen Kaiserwitwen verließen sich dann auf ihre eigene Familie, die das Land regieren sollten, was zu vielen Tragödien führte. Kaiserwitwe Ma war die einzige Ausnahme.

Han Yuan war einer der berühmtesten Generäle aus der Han Dynastie. Seine Frau war psychisch instabil, und als er starb, war seine dritte Tochter Ma Yuan gerade einmal 13 Jahre alt. Nichtsdestotrotz ging das junge Mädchen mutig voran und sorgte für die ganze Familie. Nicht nur, dass sie in der Lage war die großen und kleinen Dinge des Haushalts zusammenzuhalten, sie konnte die Familie auch in schwierigen Zeiten würdig und wie eine Erwachsene repräsentieren.

Es war das Jahr 52 n. Chr., Ma Yuan war gerade 13 Jahre alt, als sie an den Hof des Kronprinzen Liu Zhang gerufen wurde. Sie behandelte jeden in ihrer Nähe mit viel Respekt und Höflichkeit und war nach kurzer Zeit überall beliebt. Acht Jahre später, 60 n. Chr. sollte der Kronprinz sich seine Kaiserin suchen. Er bat seine Mutter, die Kaiserin Dowager Yin, um Rat.

Kaiserin Dowager Yin antwortete: „Deine Wahl sollte die königliche Dame Ma, die tugendhafteste unter all Deinen Frauen, sein.“ Und so wurde Ma Yuan zur Kaiserin Ma Mingde (Ming bedeutet „klar“ und „De“ bedeutet „Tugend“).

Kaiserin Ma war nicht nur tugendhaft, sie war auch gelehrt. Sie konnte das Buch der Veränderung als Ganzes aufsagen und war mit vielen der klassischen Texte Konfuzius vertraut. Sie verfasste auch eigene Texte.

Kaiserin Ma war bescheiden, schlicht und strebte nicht nach Behaglichkeit für sich selbst. Zu jedem war sie freundlich und die teuren Seidenkleider trug sie nur zu formalen Staatsanlässen, ansonsten begnügte sie sich mit einfacher Baumwolle. Andere Frauen des Kaisers bewunderten und respektierten sie.

Sie war eine Frau, gesegnet mit vielen Talenten und gutem Aussehen. Obwohl sie sich in die Angelegenheiten des Staates nicht einmischen wollte, schritt sie ein, wenn ihr Gewissen gefragt war. Mit ein paar Worten und einem einzigen Blick von Kaiserin Ma Mingde war eine Angelegenheit, die zum Tod vieler Unschuldiger hätte führen können, erledigt.

Liu Zhuang war für gewöhnlich ein sehr strenger Kaiser. Kaiserin Ma wurde das schnelle Einschreiten, das zu einem gütigen Ende führte, hoch angerechnet.

Von da an wusste Kaiser Liu Zhuang, dass seine Kaiserin über ein einzigartiges politisches Gespür verfügte. Sie besaß die Fähigkeit eine Sache von allen Seiten zu beleuchten. Er begann, sie um Rat zu fragen – und sie antwortete mit aufschlussreichen Analysen und konstruktiven Lösungen, die den staatlichen Angelegenheiten direkt dienten.

Trotz der Anerkennung des Kaisers versuchte Kaiserin Ma nicht einmal ihre eigenen Familienmitglieder zu begünstigen.

Kaiserin Ma nahm sich hingebungsvoll eines Kleinkindes an, das nicht ihr eigenes war. Sie lehnte die Hilfe der Diener ab und kümmerte sich selbst um alle Bedürfnisse des Kindes. Ihre Zuwendung und mütterliche Liebe für den Jungen überstieg, was andere königliche Frauen für ihre leiblichen Kinder erbrachten. Kaiserin Ma und das Kind Liu Dan bauten eine enge Beziehung auf, während er aufwuchs.

Im Jahre 75 n. Chr. starb Kaiser Liu Zhuang. Liu Dan, der Kronprinz folgte auf den Thron. Er nannte Kaiserin Ma ehrenvoll die Kaisersmatrone. Er wusste, dass Kaiserin Ma nicht seine leibliche Mutter war, aber er wusste auch, wie viel Liebe sie ihm über die Jahre gegeben hatte und behielt sie in seinem Herzen als seine Mutter.

Liu Dan wollte die Brüder der Kaisersmatrone mit dem Titel des Marquis ehren, doch sie schrieb einen Erlass, der das verbot: „Die Familie Ma hat dem Land nichts beigetragen. Wir haben eine große Dürre und unser Volk leidet. Wenn du sie ehren musst, dann warte bis das Wetter gut und es an den Grenzen wieder ruhig ist.“

Vier Jahre nachdem Liu Dan den Thron bestieg, erfreute sich das Land prächtigen Wetters und einer reichen Ernte. An den Grenzen trat wieder Ruhe ein. Dann verlieh der Kaiser den drei Brüdern von Kaiserin Ma jeweils den Titel des Marquis.

Als sie davon erfuhr, verhinderte die weise Frau, dass bei ihren Brüdern die Gier entstehen konnte. Sie warnte sie, am königlichen Hof nicht unpassend ihre Macht zu gebrauchen. Nachdem sie den Titel des Marquis angenommen hatten, traten sie von ihren offiziellen Posten zurück und waren nicht länger in die Politik des Landes involviert.

Sie lernte aus der Geschichte und verhinderte, dass ihre Familie zu viel Macht in den Händen hielt. Sie lebte ihr Leben in bescheidener und zurückhaltender Art. Sie war eine sehr gelehrte Frau mit scharfem Verstand. Als sie 79 n. Chr. starb, war Kaiserin Ma 41 Jahre alt.

 

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