Die Legende und der Fluch eines Kronjuwels, mit dem sogar die Königshäuser behutsam umgehen

26-04-2016 22:01:28 Autor:   Troy Oakes Kategorien:   Mystery , Forschung , Legenden , Entdeckungen

Königin Alexandras Krone wurde mit acht Bögen entworfen, einem typischen Stil ihrer Heimat Dänemark. Sie wurde ursprünglich mit dem Koh-i-Noor Diamanten besetzt, der sich jetzt in der Krone der verstorbenen britischen Königinmutter (Queen Mum) im Tower von London befindet.

Der 105-karätige Koh-i-Noor war einst bekannt als der größte Diamant der Welt - dem ein Fluch anhaftet. Eine Legende besagt, dass der Diamant 5.000 Jahre alt sei und ursprünglich als das Syamantka-Juwel bekannt gewesen sei.

Kōh-i Nūr bedeutet auf Persisch „Berg des Lichts“. Der Diamant wog 186 Karat oder 37,2 g bevor Prinz Albert, Königin Victorias Ehemann - Berichten zufolge - den Stein wegen seiner Enttäuschung bezüglich der Erscheinung des Rohsteines schleifen ließ, was sein Gewicht um 42 Prozent reduzierte.

Der Stein hat im Laufe der Zeit Herrschern aus verschiedenen Völkern gehört: Herrschern der Hindus, Mughai, Türken, Afghanen und Sikh, welche wiederholt und an verschiedenen Punkten der Geschichte bittere Kämpfe um den Stein führten. Immer wieder und wieder galt der Stein als Kriegsbeute. Zurzeit befindet er sich im „Tower of London“ in Großbritannien, nachdem er vom Sikh-König Ranjit Singh an die Briten übergeben wurde.


Die Legende

Die Legende besagt, dass, wer auch immer den Koh-i-Noor besitzt, die Welt besitzen wird. Daher haben die Könige über Jahrhunderte um den Besitz dieses Rohsteines gekämpft. Die meiste Zeit des vergangenen Jahrhunderts haben vier Länder fortwährend darüber diskutiert, wer den geschliffenen Stein nun behalten solle.


Der Fluch

Obwohl der Stein der Legende nach seine Vorteile hat, gibt es dennoch ein paar Nachteile. Der Fluch des Koh-in-Noor-Diamanten stammt aus einem Hindu-Text, welcher die erste gesicherte Erwähnung des Diamanten aus dem Jahre 1306 ist. Der Fluch besagt, dass, obwohl der Besitzer die Welt besitzen kann,

er ebenfalls all ihr Unglück kennen wird,

und

nur ein Gott oder eine Frau, ihn ungestraft tragen kann.

Im Verlauf des Bestehens des Steins ist die Geschichte des jeweiligen Besitzers geprägt von Gewalt, Mord, Zerstörung, Folter und Verrat. Egal ob Du an den Fluch des Koh-i-Noor Diamanten glaubst oder nicht, seine Geschichte ist unbestritten und es ist genug, dass die Leute achtsam mit diesem Thema umgehen.

Sogar die britische Königsfamilie, welcher der Fluch offensichtlich bewusst ist, hat Vorkehrungen getroffen, nachdem der Stein in ihren Besitz kam. Dem zufolge durfte ihn nur Queen Victoria, die Frau des männlichen Erben des britischen Thrones, tragen.

 

Zur Geschichte

Neben der früheren Erwähnung in Hindu-Texten stammt die erste nachweisbare Erwähnung des Steines in den Schriften des Mughalischen Herrschers Barbur (Barburenmama) aus dem Jahre 1526. Barbur erhielt den Stein, nachdem er Ibrahim Lodi, den letzten Sultan Delhis, während des ersten Kampfes um Panipat besiegt hatte.

1739 wurde Barbur vom
 persischen General Nadir Shah Mahamad besiegt, der Delhi eroberte. Erst zu diesem Zeitpunkt erhielt der Diamant den nun berühmten Namen Koh-i-Noor. Als Nadir Shah vom Fluch des Steines erfuhr, brachte er ihn zurück nach Persien, jedoch wirkte der Fluch auch bei ihm. 8 Jahre später wurde er ermordet.

Der Besitz des Diamanten wurde dann an einen seiner Generäle weiter gegeben, Ahmad Shah Durrani, in dessen Familie er für die nächsten Generationen verblieb.

1813 kehrte der Diamant dann nach Indien zurück, nachdem Shah Shuja Durrani, der gestürzte Herrscher von Afghanistan und ein Nachkomme Ahmad Shahs, vor seinen zerstrittenen Brüdern aus Kabul dorthin flüchtete. Er brachte den Stein nach Punjab, und gab ihn an Maharaja Ranjit Singh, den Gründer des Sikh-Imperiums. Nach dem Abkommen sollte Maharaja den Diamanten im Gegenzug für seine Hilfe bei der Rückeroberung des afghanischen Throns erhalten.

Der Überlieferung nach hat Shah Shujas Frau Begum den Stein wie folgt beschrieben:

Wenn ein starker Mann vier Steine werfen würde, einen nach Norden, einen nach Süden, einen nach Osten, einen nach Westen und einen Fünften in die Luft, selbst wenn der Platz zwischen ihnen mit Gold gefüllt wäre, würde es nicht dem Wert des Koh-i-Noor gleichen.


Maharaja Ranjit Singh starb zwischen 1839 und 1843 und hinterließ den Diamanten und sein Königreich seinen Söhnen. Genau dann schlug der Fluch wieder zu, als drei seiner älteren Söhne in Folge getötet wurden. Zurück blieb der 5 Jahre alte Duleep Singh, um den Thron zu besteigen. Er war der letzte indische Herrscher, der den Koh-i-Noor besaß.

Schließlich gewannen die Briten 1849 den zweiten Anglo-Sikh-Krieg und nahmen das Sikh-Reich Punjab mit dem Vertrag von Lahore ein. Der nun 11-jährige Duleep Singh unterschrieb und übergab den Diamanten den Briten, bevor er von seinem Thron stieg.

 

Alle Männer, die den Koh-i-Noor besaßen, haben entweder ihren Thron verloren oder hatten anderes Unglück, das ihnen zugestoßen ist.


Artikel III des Vertrags lautet: "Der Koh-i-Noor, als Gem (Edelstein) bezeichnet, welcher Shah Sooja-ool-moolk von Maharaja Runjeet Singh weggenommen worden ist, soll vom Maharaja von Lahore der Königin von England übergeben werden."

Erst 1852 wurde der Stein nach England gebracht, um ihn der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu diesem Zeitpunkt befahl der Ehemann Königin Victorias, Prinz Albert, den Stein zu schneiden und zu polieren.

Trotz der Anmeldung von Besitzansprüchen durch vier Länder - Indien, Pakistan, Afghanistan und Britannien - hat das Vereinigte Königreich das Eigentumsrecht über das Juwel aufrechterhalten.

Nachdem indische Gruppen viele Male versucht haben, darauf zu drängen, dass der Stein nach Indien zurückkehrt, wurde der britische Historiker Andrew Roberts im Jahr 2015 zitiert:

 

"Diejenigen, die in diesen lächerlichen Fall verwickelt sind, sollten erkennen, dass die britischen Kronjuwelen genau der richtige Platz zum Verbleib des Koh-i-Noor-Diamanten sind, in dankbarer Anerkennung für mehr als drei Jahrhunderte des britischen Engagements in Indien, welches zu Modernisierung, Entwicklung, Wahrung, agrarwirtschaftlicher Verbesserung, sprachlicher Vereinheitlichung und letztendlich zur Demokratisierung des Subkontinents geführt hat."

 

Historisch gesehen ist es schwierig ein Urteil bezüglich der Rechtmäßigkeit der vielen Forderungen zu fällen. Wie dem auch sei, von einem gemmologischen Standpunkt her ist Indien der am meisten berechtigte Ort, da der Koh-i-Noor dort abgebaut wurde.

 

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