Erstmals im deutschen Fernsehen: „Ausgeschlachtet – Organe auf Bestellung“, ein Film von Leon Lee über Chinas Organhandel auf 3sat

15-02-2016 20:19:26 Autor:   Erik Rusch Kategorien:   Menschenrechte , Nachrichten

Am Donnerstag, den 18. Februar 2016, um 20:15 Uhr wird auf 3sat als deutsche Erstausstrahlung die mehrfach international ausgezeichnete Dokumentation „Ausgeschlachtet – Organe auf Bestellung“, ein Film von Leon Lee, ausgestrahlt. (Bild: Screenshot /Youtube)

Am Donnerstag, den 18. Februar 2016, um 20:15 Uhr wird auf 3sat als deutsche Erstausstrahlung  die mehrfach international ausgezeichnete Dokumentation „Ausgeschlachtet – Organe auf Bestellung“, ein Film von Leon Lee, ausgestrahlt. Anschließend wird das Thema durch Gert Scobel in seiner Sendung  mit dem Thema „Organhandel – Der Wert des Menschen“ weiter vertieft.

Die Doku präsentiert Augenzeugenberichte und medizinische Fakten, die das Ausmaß und die Hintergründe des Organhandels in China beleuchten. Das ist das erste Mal, dass man sich im deutschen Fernsehen derart intensiv diesem Thema widmet – und es wird höchste Zeit! Bereits wenige Jahre nach Beginn der Verfolgung von Falun Gong in China, die die Hauptopfergruppe des Organhandels in China darstellen, gab es Hinweise, dass in großem Stil und systematisch an den zu Hunderttausenden in den Arbeitslagern aus Glaubensgründen festgehaltenen Menschen erzwungene Organentnahmen durchgeführt werden. Diese systematisch und verdeckt durchgeführten Organentnahmen fanden teils in militärischen Einrichtungen, teils in zivilen Krankenhäusern und teils direkt in den Haftanstalten statt. Später wurde klar, dass das Justiz- und das Haftsystem direkt involviert sind und dass Funktionäre und Offiziere bis in die höchsten politischen Kreise beteiligt sind.

Jiang Zemin Ex-Partei- und Staatschef in China startete die Verfolgung von Falun Gong 1999 und ist ebenso für den Organraub an den Falun Gong-Praktizierenden verantwortlich. Ziel war es, sie mit allen Mitteln auszulöschen.

 

Neue chinesische,  hochmoderne Transplantationszentren sprossen nach 2000 wie Pilze aus dem Boden und China wurde hinter Amerika zu dem Land mit den weltweit zweithäufigsten Transplantationen. Anfangs wurde auf chinesischen Webseiten teilweise in Englisch mit Wartezeiten von 1-2 Wochen für ein neues Spenderorgan geworben und ausländische Patienten eingeladen zu kommen, wobei die Preise für die Organe offen einzusehen waren. Später ist man vorsichtiger geworden. Derlei Angaben finden sich heute nicht mehr auf den Webseiten. Das Thema scheint nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zweier Kanadier im Jahr 2006 zu brisant geworden zu sein.

 

David Kilgour und David Matas (von links nach rechts), beides bereits für den Friedensnobel-Preis nominierte kanadische Menschenrechtsanwälte, veröffentlichten 2006 einen Untersuchungsbericht namens „Blutige Ernte“, der eindeutig aufzeigte, dass die Anschuldigungen betreffend dem Organraub an den Falun Gong-Praktizierenden in China tatsächlich der Wahrheit entsprechen und ein Verbrechen auf der Erde gerade im Gange ist, das die Menschheit in der Form noch nicht gesehen hat. 

 

Dabei ist der Fall ganz klar. Staatlich veröffentlichte Zahlen zeigen deutlich, dass ein gewaltiger Anstieg an Transplantationen stattgefunden hat. Doch woher stammen plötzlich die vielen Organe? Seit den 80er Jahren nutzt man die Organe von Todeskandidaten, doch die Anzahl der zum Tode Verurteilten bewegt sich seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Eine andere theoretische Quelle wären freiwillige Organspenden aus der Bevölkerung, doch das jahrtausendealte Bewusstsein, dass der Körper aus religiös-kulturellem Hintergrund nach dem Tod unversehrt beigesetzt werden muss, um nicht den Zorn der Vorfahren zu erwirken und ihnen Respekt und Achtung zu zollen, ist ungebrochen tief im Denken der Chinesen verwurzelt. Dieses Bewusstsein erschwert es, ein funktionierendes Organspendesystems aufzubauen und führt nur zu wenigen freiwillig gespendeten Organen.

Also woher stammen dann die Tausenden Organe, die in den neuen Kliniken Menschen eingesetzt worden sind? Es gibt nur eine nachvollziehbare Erklärung: Die größte Gruppe von Menschen, die in China verfolgt wird, die Falun Gong-Praktizierenden, welche zu Hunderttausenden in chinesischen Gehirnwäscheeinrichtungen und Umerziehungslagern widerrechtlich eingesperrt sind, sie wurden in China, vermutlich geschieht es auch jetzt noch, neben Christen, Tibetern und Uighuren als Teil eines komplexen Organhandelssystems ihrer Organe beraubt und anschließend eingeäschert. Ihre Organe wurden dann anderen Menschen, die für ein neues Organ hohe Summen bezahlt haben, in einer der landesweit existierenden Kliniken eingesetzt. Zu den Empfängern der Organe gehörten Ausländer, die im Durchschnitt für drei Wochen nach China kamen, um dann mit einem neuen Organ das Land wieder zu verlassen. Die andere Empfängergruppe waren wohlhabende bzw. einflussreiche Chinesen vom Festland, aus Hongkong und Taiwan.

Mittlerweile gibt es ausreichend Zeugenaussagen und verschiedene Quellen, die dies belegen.

Ein Verbrechen in dieser Größenordnung und in solch einem Umfang hat es in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben.

 

 Sendezeit der Doku: Donnerstag, 18. Februar – 20.15 Uhr auf 3sat

 

Sieh Dir hier den Trailer der Doku mit dem Originaltitel „Human Harvest“ an:

 

Hier seht ihr die internationalen Auszeichnungen des Films:

● Peabody Award für Dokumentarfilme – 2014

● Association of International Broadcasters – Beste Internationale Ermittlungsdokumentation

● Michael Sullivan „Frontline“ Auszeichnung für Journalismus in einem Dokumentarfilm – Salem Film Fest 2015

● Grand Prize Humanitarian Award – 2014 Global Film Awards

● 1. Platz – Viewster Online Film Fest + 50.000 US-Dollar Preisgeld

● Bester Dokumentarfilm – Hamilton Film Festival 2014

 

Hintergründe zu der Doku und Möglichkeiten zu helfen findet ihr auf der offiziellen Webseite hier.

Wenn ihr auf interaktiver Weise 13 Hauptindizien, die während der Untersuchungen des Organhandels in China gefunden wurden, erfahren möchtet, so klickt hier.

 

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