Weißt Du, was Chinas Gestapo – das Büro 610 – ist?

13-02-2016 20:16:36 Autor:   James Burke Kategorien:   Politik , Nachrichten

Offizier mit Rangabzeichen. (Bild. China Uncensored via Screenshot/ Youtube)

Der erste hochrangige Parteioffizier, der im neuen Jahr in Präsident Xi Jinpings sogenannter Anti-Korruptionskampagne verurteilt wurde, ist der frühere stellvertretende Direktor für öffentliche Sicherheit Li Dongsheng.

Auch viele internationale Medien berichteten von den offiziellen Korruptionsvorwürfen sowie von Li Dongshengs Verbindungen zu Chinas ehemaligen Sicherheitszar Zhou Yongkang. Am 12. Januar wurde Li vom Gericht der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Schon 2013 ist Li seines Amtes enthoben worden und wurde in der Folge von Disziplinarbehörden der KPCh überwacht. Viele Chinabeobachter sind der Meinung, dass die Verurteilung von Li und Zhou Teil von Präsident Xi Jinpings Zerschlagung des politischen Netzwerkes ist, das bereits vom früheren Parteichef Jiang Zemin aufgebaut worden war.

Wenig Medienbeachtung hingegen fand die Tatsache, dass Li zum Führer des Büros 610, einer Gestapo-ähnlichen Organisation, wurde, als er 2009 zum stellvertretenden Direktor der öffentlichen Sicherheit ernannt worden war.

Das Büro 610  ist eine Parteiorganisation, über die das Chinesische Regime, wie sich herausstellte, öffentlich lieber schweigt. Das liegt vor allem daran, dass die Hauptaufgabe des Büros darin liegt, die immer noch andauernde Verfolgung an der friedlichen Meditationspraxis Falun Gong durch das Parteiregime zu stützen. Der Name Büro 610  leitet sich von dessen Gründungsdatum, dem 10.06.1999 ab, an dem die Verfolgung gegen Falun Gong seinen Anfang nahm.

Da das Büro 610  im Geheimen arbeiten darf, kann es „Methoden anwenden, die nach chinesischem Gesetz eigentlich illegal sind“, erläuterte ein Brief der internationalen Nicht-Regierungs-Organisation Freedom House.

„Verschiedene glaubwürdige Quellen beschreiben, wie Agenten des Büros 610 direkt an außergerichtlichen Tötungen, Folter, sexuellem Missbrauch und illegalem Konfiszieren von Eigentum beteiligt waren“, schrieb die Organisation.

Siehe Dir diesen China Uncensored Report über das Büro 610 an:

 


Zunächst bestand Lis Hauptaufgabe im Büro 610 darin, die Propagandaversuche gegen die in China sehr bekannte Meditationspraxis Falun Gong zu leiten. Dazu zählt auch die inszenierte Selbstverbrennung 2001.

Lis Position ist nie offiziell bekannt gemacht worden, doch es wird geglaubt, dass er den Titel des stellvertretenden Direktors dieses außerhalb des Rechts agierenden Sonderkommandos schon zu Beginn der Verfolgung innehatte. Wie in dem obigen Video erläutert, hat das Büro seine Ziele zusätzlich erweitert. So werden nun auch andere spirituelle Gruppen, die nicht unter der Kontrolle der kommunistischen Autoritäten stehen, vom Büro 610 angegriffen.

Doch warum wurde eine Parteiorganisation gegründet um eine friedvolle Gruppe normaler Chinesen auszulöschen, die einfach meditieren wollen? Freedom House kommt zu dem Schluss, es gehe um „Ideologische Gleichschaltung“.

„Millionen Falun Gong Praktizierende wenden sich einer moralischen Lehre zu, die sich um Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht dreht, als ihren 'spirituellen Kompass'. Die Führer [der KPCh] haben diesen Glauben 1999 unbegründet als 'häretisch' bezeichnet und sehr schnell wurde 'Umwandlung' ein Hauptziel des Büros 610“, führt die Organisation Freedom House aus. Die Anzahl der Offiziere, die für das Büro 610 arbeiten, schätzt sie auf 15.000.

„So wie die Taktik der 'Patriotischen Bildung', die in Tibet angewendet wird, ist das Ziel dieser ideologischen Umprogrammierung, den Willen des Einzelnen durch Zwang zu brechen. Zu den Methoden gehören physische und psychische Folter, Schlafentzug und Manipulation von Familienmitgliedern. Ziel ist, dass Falun Gong verleugnet wird, die Loyalität zur Partei bekannt wird und letztendlich beim erzwungenen Gesinnungswandel anderer mitgeholfen wird“, sagte Freedom House in einem am 5. August 2001 veröffentlichten Artikel der US-amerikanischen Tageszeitung Washington Post.

Als Teil der United States House Resolution 2010 verurteilten amerikanische Gesetzesmacher die Verfolgung der spirituellen Gruppe und riefen die chinesische Regierung dazu auf, das Büro 610 aufzulösen.

Siehe Dir diese kurze Swoop Film-Dokumentation über die Verfolgung an Falun Gong an:

 

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