DAFOH eine Organisation, die den Organraub Chinas aufdeckt, ist für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert

13-02-2016 20:16:34 Autor:   James Burke Kategorien:   Nachrichten , Gesellschaft , Menschenrechte

Die Organisation von Medizinern, Doctors Against Forced Organ Harvesting (DAFOH), sagt, dass Falun Gong-Praktizierende die Hauptzielgruppe für diese unmenschlichen Verbrechen sind. (Bild: Doctors Against Forced Organ Harvesting (DAFOH) via Screenshot/YouTube)

Eine große Gruppe von Ärzten, die sich gegen unethische Organtransplantationstechniken in China einsetzt, wurde für den Friedensnobelpreis 2016 nominiert. Sie haben sich in einer gemeinnützigen Organisation namens Doctors Against Forced Organ Harvesting (DAFOH) zusammengefunden. Mittlerweile gehören DAFOH 7.000 Mitglieder an, die hauptsächlich aus dem Medizinwesen kommen. Sie setzen sich seit einem Jahrzehnt dafür ein, massive Verstöße gegen ethische Prinzipien im Medizinwesen in China und anderen Regionen aufzudecken.

Einer der Ärzte von DAFOH, Dr. Damon Noto, sagte, dass die Ärzte dankbar für die Aufmerksamkeit sind, die durch die Nobel-Preis-Nominierung hinsichtlich dieses Themas erlangt wird. „Es bringt alles mehr ans Licht, was gerade im Zusammenhang mit erzwungenen Organentnahmen und Transplantationen in China geschieht“, berichtet Dr. Noto der Winnipeg Free Press.

„Die Täter werden so lange weitermachen, bis eines Tages jemand sie so bloßstellt, dass sie damit aufhören.“

Gemäß DAFOH, führt China die zweithöchste Zahl von Organtransplantationen weltweit in einem Jahr durch. Die Organisation erklärt, dass das Land kein ausreichendes öffentliches Organspendeprogramm oder Organverteilungssystem hat und dass die chinesischen Menschen eine kulturelle Abneigung gegen das Organspenden haben.

„China ist die einzige Nation weltweit, die ihr militärisches und ziviles Krankenhaussystem in Zusammenarbeit mit dem Justizsystem und dem System der Haftanstalten nutzt, um systematisch Organe von Glaubensgefangenen für eine lukrative Transplantationstourismusindustrie bereitzustellen.“ erklärt DAFOH-Vorsitzender Torsten Trey, in einem Interview.

Die größte Quelle für Organe sind die Glaubensgefangenen von Falun Gong, macht die Organisation deutlich.

„Wir sehen darin, dass die erzwungenen Organentnahmen an den widerrechtlich gefangen gehaltenen Falun Gong Praktizierenden, als die Hauptopfergruppe dieser Verbrechen, eine so noch nie geschehene Form von Bösartigkeit darstellen.“ erklärt DAFOH auf seiner Webseite.

„Wir hoffen, dass mit Beendigung der erzwungenen Organentnahmen an Falun Gong-Praktzierenden auch diese unethische Praxis gegenüber anderen Minderheiten in China eingestellt wird, wie den Uighuren, den Tibetern und den Hauskirchen-Christen“, erklärt er weiter. 

In diesem Video von DAFOH, spricht Dr. Noto bei einer Anhörung vor dem Haus-Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten (House Committee on Foreign Affairs) über das Thema erzwungene Organentnahmen an religiösen und politischen Gefangenen durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh).

 

 

 Der Untersuchungsbericht von D. Kilgour und D. Matas

Der Winnipeg Free Press erklärte Dr. Noto, dass die Nominierung für den Friedensnobelpreis mit ein Verdienst von zwei Kanadiern und ihrer Arbeit sei den Menschenrechtsanwälten David Matas und David Kilgour, die einen weit verbreiteten Untersuchungsbericht in 2006 über den staatlich begünstigten Organraub in China veröffentlichten.

„Basierend auf weiteren Nachforschungen bekräftigen wir in unserer originalen Feststellung, dass die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen. Wir sind überzeugt davon, dass eine große Anzahl von Organen gewaltsam den Falun Gong Praktizierenden entnommen wurden und werden.“, heißt es am Ende des Berichtes.

„Ihre gesunden Organe, einschließlich den Nieren, den Lebern, den Augenhornhäuten und den Herzen, werden gewaltsam entwendet und zu hohen Preisen an Ausländer verkauft, die normalerweise lange auf ein Spenderorgan in ihren Heimatländern warten müssten“, erklärt der Bericht.

Im Jahre 2010 waren bereits Matas und Kilgour für ihre Untersuchungen zu erzwungenen Organentnahmen in China für den Friedensnobelpreis nominiert.

Offizielle Stellen gaben bekannt, dass chinesische Krankenhäuser 10.000 Transplantationen pro Jahr durchführen, doch der investigative Journalist Ethan Gutmann ist überzeugt, dass die tatsächliche Anzahl dreimal höher liegt.

Obwohl das Bewusstsein für erzwungene Organentnahmen in China gestiegen ist, haben nur drei Länder Israel, Spanien und Taiwan den Transplantationstourismus gesetzlich verboten oder deren Finanzierung durch Krankenkassenversicherungen untersagt.

Professor Katrina Bramstedt der Bond University Australia berichtete ABC Radio, dass die Regierungen sich nicht mit Peking über das Thema Organraub auseinandersetzen wollen, da es Handelsangelegenheiten berührt.

„Es ist das Dollar-Zeichen ... die Dollar-Scheine,  ja, es sind einfach Währungen, die teils ganz offen zwischen den Ländern ausgetauscht werden und eine Beziehung entstehen lassen, bei der ethische und moralische Werte keine Rolle spielen.“, sagt Professor Bramstedt letztes Jahr in einem Interview.

„Menschenrechte, Moral und Ethik, und das Richtige zu tun, über diese Dinge herrscht oftmals das Geld. Und ich denke, dass dies im Medizinwesen auch bereits der Fall ist.“, sagt sie.

 

Schaue Dir die Dokumentation von Swoop Films über die Verfolgung von Falun Gong an:

 

 

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