Bestätigt: IS zerstörte das älteste christliche Kloster im Irak.

27-01-2016 19:51:58 Autor:   James Burke Kategorien:   Nachrichten

Satellitenaufnahmen zeigen, dass das Kloster St. Elijah vollständig zerstört wurde. (Bild: AP via YouTube/Screenshot)

Satellitenfotos zeigen, dass im Irak ein 1.400 Jahre altes katholisches Kloster vom sogenannten Islamischen Staat (IS) zerstört worden ist. Die Überreste des Klosters St. Elijah, das irakischen Katholiken bis zur Besetzung der Region durch den IS im Sommer 2014 als heilige Stätte diente, befinden sich auf einem Hügel nahe der nordirakischen Stadt Mossul.

Es zeigte sich bereits, dass der IS mit Vorliebe historische Stätten zerstört. Er offenbart damit seine radikale Interpretation des Islam allem gegenüber, was er als häretisch ansieht. Es wurde befürchtet, dass dem Kloster ähnliches wiederfährt.

Jetzt haben Satellitenfotos bestätigt, dass St. Elijah vollständig zerstört wurde.

Schau Dir das Video von AP an, um mehr zu erfahren:

 


„Das Christentum entstand im Nahen Osten und ist ein integraler Bestandteil der Geschichte des Iraks und des irakischen Volkes“, sagte UNESCO Generaldirektorin Irina Bokova in einer Stellungnahme.

„Eine derartige vorsätzliche Zerstörung ist ein Kriegsverbrechen, das nicht ungestraft bleiben darf“, führt sie weiter aus. „Es zeigt auch, welche Angst die Extremisten vor der Geschichte haben, denn deren Kenntnis widerlegt die Vorwände, mit denen sie ihre Verbrechen rechtfertigen, und entlarvt sie als pure Ausgeburt an Hass und Ignoranz.“

Laut Bokova bestätigt diese Zerstörung „die Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die die christliche Bevölkerung zu erleiden hat, und das Ausmaß der kulturellen Säuberung, die im Irak im Gange ist.“

Nach Angaben der UNESCO ist die Anzahl der Christen im Irak von 1,3 Millionen in den frühen 2000er Jahren auf gegenwärtig 300.000 zurückgegangen.

Informationen der BBC zufolge wurde St. Elijah bereits im 6. Jahrhundert von assyrischen Christen gegründet. Im Jahr 1743 stellten persische Streitkräfte den Mönchen ein Ultimatum, zum islamischem Glauben zu konvertieren, was diese jedoch mit der Folge ablehnten, dass circa 150 von ihnen niedergemetzelt wurden. Dennoch konnte sich in der Region eine christliche Gemeinschaft bis auf den heutigen Tag halten und das Kloster blieb bis zu seiner Zerstörung im letzten Jahr erhalten.

Sechzigtausend Christen haben in Mossul bis zum Einmarsch des IS gelebt. Es gibt jedoch keinerlei Informationen über die aktuelle Zahl der dort verbliebenen Christen. Momentan bereiten sich irakische Truppen auf eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt vor.

Schau Dir das Video von BBC News über das Leben in Mossul unter dem IS an:

 


 

 

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