Opium im Essen: So sollen chinesische Restaurantbesucher „abhängig“ gemacht werden.

25-01-2016 19:49:09 Autor:   Troy Oakes Kategorien:   Nachrichten , Gesellschaft

Es bleibt unklar, wie das Opium ins Essen gekommen ist. Das Problem ist jedoch nicht neu. (Bild: Shubert Clencla via flickr CC BY 2.0)

Fünfunddreißig Restaurants benutzen Opium Poppies – zu Deutsch Schlafmohn – als Würzmittel, ergab kürzlich eine Untersuchung in China. Fünf der Restaurants werden rechtlich dafür belangt, während bei den anderen dreißig Erkundigungen eingezogen werden. Betroffen sind die verschiedensten Läden: Von Dumplingshops ("dumpling" = gefüllte Teigtaschen) in Shanghai bis zu Nudelshops im südwestlichen Chongqing.

Auch die beliebte Restaurantkette Huda ist in den Skandal verwickelt. Die Managerin Hu Ling gab zu, dass mehrere ihrer Restaurants in Pekings bekanntem Nightlifegebiet Ghost Street untersucht werden. Sie sollen Gewürze unbekannter Herkunft verwenden, die Opiate enthalten. Weitere Kommentare verweigerte sie.

Es bleibt unklar, wie das Opium ins Essen gekommen ist. Das Problem ist jedoch in China nicht neu. Es hat in der Vergangenheit bereits mehrere Fälle gegeben, in denen Köche versuchten, ihre Kunden von ihrem Essen „abhängig“ zu machen.

Meistens haben die Köche gemahlenen Schlafmohn verwendet, der kleine Mengen von Opiaten wie Morphium und Kodein enthält. Es ist nicht geklärt, ob das ausreicht, um den Konsumenten süchtig zu machen und ob es zu einem spürbaren High-Effekt kommen kann.

Opium-Poppies dem Essen zuzufügen ist ein klarer Verstoß gegen Chinas Gesetz zur Lebensmittelsicherheit. Dort ist es nämlich verboten, Essen, das mit Nicht-Lebensmitteln oder Chemikalien hergestellt wurde, zu verkaufen. Ausgenommen sind Nahrungsergänzungsmittel. Verstöße können zu Bußgeldern oder Sanktionen führen, berichtet China Daily.

Die Regierung hat die lokalen Behörden dazu aufgerufen, die Beteiligten zu bestrafen und mit öffentlichen Sicherheitsabteilungen zusammenzuarbeiten, um die Herkunft der Poppies zu ermitteln. Auch soll zukünftig die Überwachung und Inspektion von Restaurants verstärkt werden, welche gebratenes Hähnchen, Nudeln oder Hot Pot (chinesische Version des Fondues mit Brühe) anbieten.

Die englische Zeitung The Guardian berichtete:

 

Die Provinzpolizei von Shaanxi schloss 2014 den Laden eines Nudelverkäufers, nachdem sie durch einen positiven Drogentest alamiert worden ist. In 2012 wurden in der Provinz Ningxia sieben Restaurants wegen des Gebrauchs des Zusatsstoffes geschlossen und in der Provinz Guizhou wurden in 2004 215 Restaurants geschlossen.

Luo Yubo, Professor für Lebensmittelsicherheit und Ernährung an Chinas Universität für Agrarkultur, erklärte China Daily, dass Opium eine Droge sei, die zur Sucht führe und bei übermäßigem Gebrauch ernsthafte Gesundheitsschäden nach sich ziehe. Auch wenn einige andere Länder es erlaubten, sei Opium in China in Lebensmitteln verboten.

"Es gibt so viele Restaurants in China und es ist sehr schwierig, jedes einzelne davon zu inspizieren um sicherzustellen, dass es den Gesetzen folgt", sagte Luo Yunbo.

 

ThePaper.cn schrieb in einem Bericht, dass 2014 ein Mann, der Qiu genannt wurde, verhaftet worden sei, weil er Poppies gekauft habe und sie in seinem Restaurant den Krebs-und Krabbengerichten untergemischt habe.

In jedem Teil der Gesellschaft, und das schließe Aufsichtsbehörden ein, spielten sowohl die Lebensmittelindustrie als auch die Konsumenten eine Rolle beim Verbessern der Lebensmittelqualität, sagte Luo.

 

 

„Generelle Lebensmittelsicherheit ist eng mit dem Zustand von Entwicklung und Bildung einer Nation verknüpft“, sagte er. „Es ist eine lange Zeitspanne nötig, um die Lebensmittelsicherheit zu verbessern.“

 

2014 hieß es in einem offiziellen Bericht der Xinhua Nachrichtenagentur:

 

„Poppy Powder wird aus aus Kapseln und Schalen hergestellt, die einen höheren Opiumgehalt haben als die Körner, die man häufig auf Bageln sehen kann. Es kann auf Märkten in Westchina sehr einfach für ungefähr 60 $ [ca. 56 €] pro Kilo erworben werden. Der Zusatzstoff wird meist mit Chilliöl und Puder vermischt, was es schwierig macht, ihn ohne laboratorische Ausrüstung festzustellen.“

 

 

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