IS verliert stark an Boden

06-01-2016 19:21:28 Autor:   Nina K. Kategorien:   Nachrichten

Im letzten Jahr konnten die kurdischen autonomen Kräfte die Größe ihres jungen autonomen Gebietes verdreifachen. (Bild: Kurdishstruggle via flickr/ CC BY 2.0)

Die Expansion des IS in Syrien und im Irak hat in den letzten Tagen anscheinend einen Wendepunkt erreicht. Im Irak hat das irakische Militär die strategisch wichtige Stadt Ramadi zurückgewonnen, welche eine Stunde von der irakischen Hauptstadt Baghdad entfernt liegt.

Insgesamt ist die Größe des Besatzungsgebietes des IS in Syrien und im Irak von etwa 90.000 km² auf 78.000 km² gesunken. Von diesem Gebiet haben die Kurden im Irak und Syrien ca. 12.800 km² an sich genommen.

Trotz des relativ großen Verlustes sind Beobachter der Meinung, dass der IS durch diese Niederlage nicht nachhaltig geschwächt sein wird und mit Gegenangriffen zu rechnen ist.

Gegenwind aus der Türkei

Das größte Hindernis bei der Bekämpfung des IS stellt zurzeit die Politik der Türkei dar. Sie erlaubt IS-Unterstützern, die türkische Landesgrenze zu durchqueren, seitdem die YPG (kurdische Volksschutzeinheiten, die vor allem in Nordsyrien den IS bekämpfen) mit dem innerpolitischen Regierungsfeind der Türkei, der PKK (kurdische Arbeiterpartei in der Türkei mit terroristischem Hintergrund), kooperiert.

Manchen Beobachtern zufolge versucht die Türkei, den Krieg gegen den IS zu nutzen, um eine Entwicklung eines autonomen kurdischen Gebietes an ihrer Grenze zu verhindern. Ein Beweis für die Richtigkeit dieser Gedanken sind die türkischen Bombenangriffe in Gebieten nahe der kurdischen Stadt Zargala im August 2015.

Die Rivalität zur kurdischen Kultur lässt sich auch an verschiedenen Aussagen Erdogans erkennen, der „bis zum Ende“ gegen die PKK kämpfen möchte.

„Die Regierung Erdogans kämpft gegen eine Minderheit im Volk, deren Regierungsvertreter zum Teil einer Partei entstammen, die in der internationalen Gesellschaft als Terroristen angesehen werden.“

Der Streit zwischen den Kurden und der Türkei ist ein sehr heikles und komplexes Thema. Er findet seinen Ursprung in der Gründung des osmanischen Reiches. Aufgrund der verhärteten Fronten und verschiedenen Meinungen konnte er bis heute nicht gelöst werden und bleibt ein spannungsgeladenes Thema.

In diesem Video erfährst Du die Hintergründe zu dem Konflikt:


 

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