Französische Journalistin muss China verlassen – wieso?

01-01-2016 19:14:39 Autor:   James Burke Kategorien:   Menschenrechte , Nachrichten

Uiguren sind eine türkische ethnische Gruppe, die vor allem in Chinas Xinjiang Region leben. (Bild: Seeker Dally via Screenshot/Youtube)

Am 31. Dezember lief das Visum der aus Peking berichtenden französischen Journalistin Ursula Gauthier aus. Doch nachdem sie einen Artikel über die Handlungen der chinesischen Regierung in der von Unruhen erschütterten Provinz Xinjiang schrieb, wird ihr das Visum von den chinesischen Behörden auch nicht verlängert werden.

Am 18. November veröffentlicht, beschäftigt sich Gauthiers Artikel, für das wöchentliche Magazin l'Obs, mit der Verfolgung der Uiguren. Gauthier behauptet darin, chinesische Behörden würden die internationale Terrorgefahr als Ausrede nutzen, um muslimisch gläubige Uiguren in der Provinz Xinjiang weiter zu unterdrücken.

Laut Reuters sagte Lu Kang, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, dass Gauthiers Artikel „terroristische Aktivitäten und das Töten Unschuldiger offen unterstützt und die chinesische Öffentlichkeit empört.“ Lu sagte weiter, da die französische Journalistin sich nicht öffentlich entschuldigt hat, sei ein weiteres Arbeiten im Land für sie nicht mehr möglich.

Gauthier hat dafür kein Verständnis.

„Von Anfang an wollten sie, dass ich mich für die Unterstützung von Terrorismus entschuldige, aber ich sagte: 'Ich habe niemals Terrorismus unterstützt, warum wollen Sie, dass ich mich für etwas entschuldige, das ich nicht geschrieben habe?'“, sagte Gauthier in dem angefügten Video von DW.

„Ich bin überzeugt, dass sie ganz deutlich versuchen fremde Presse in China einzuschüchtern, denn sie wollen nicht, dass jemand Dinge äußert, die die offizielle Version in Frage stellen, so Gauthier weiter.

 

 

Gauthiers Auftraggeber, l'Obs, sagte, dass ihre Journalistin von den Staatsmedien denunziert worden sei und nach der Veröffentlichung des Artikels sogar Morddrohungen erhalten habe. Der Foreign Correspondent's Club of China (FCCC) berichtete auch, dass Gauthiers Adresse und Foto in verschiedenen chinesischen Onlineforen veröffentlicht wurden.

Auch Reporters Without Borders (RWB) stellten fest, dass fremde Journalisten in China von chinesischen Autoritäten drangsaliert und eingeschüchtert würden.

„Wieder einmal setzt die Regierung Journalisten, die ihre Methoden kritisieren, unter Druck. Es ist nicht die Aufgabe eines Korrespondenten als Sprachrohr der Volksrepublik China zu arbeiten.“, sagte Aude Rossigneux von RWB zu Gauthiers Situation.

Im Index der Pressefreiheit von RWB ist China auf Platz 176 von 180.

In der Provinz Xinjiang wurden in den letzten Jahren Hunderte aufgrund von ethnischer Herkunft und Unterdrückung getötet.

Dieser Report von „Seeker Daily“ beleuchtet die Situation von Muslimen in China:

 

 

Die in New York ansässige Organisation Human Rights Watch (HRW) sagt, in Xinjiang gäbe es „allgegenwärtige ethnische Diskriminierung, harte religiöse und kulturelle Unterdrückung; durch die Regierung mit dem 'Kampf gegen Separatismus , religiösen Extremismus und Terrorismus' begründet“. HRW sieht darin Brennstoff für weitere Spannungen in der Region.

Die Behörden weisen jeden Vorwurf von Menschenrechtsverletzungen zurück, sagen dass sie islamistischen Separatismus und Terrorismus bekämpfen.

HRW hingegen berichtet, dass chinesische Behörden Besuche von Diplomaten und Journalisten in dieser Region streng kontrollieren, was es praktisch unmöglich macht, mögliche terroristische Taten zu überprüfen.

Sieh dir diesen ABC Australia-Report an, der von Journeyman Pictures im Oktoer 2014 gepostet wurde. Behandelt wird die Situation in Xinjiang und die Schwierigkeiten, die sich Medien stellen, wenn sie darüber berichten wollen.

 

 

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