Ob das gut geht: Alibaba kauft populäre englischsprachige Zeitung in Hongkong

16-12-2015 18:50:59 Autor:   James Burke Kategorien:   Nachrichten

Milliardär Jack Ma’s und sein Alibaba Imperium haben die South China Morning Post gekauft. (Bild: China Uncensored via Screenshot/YouTube)

Jack Mas Alibaba Group hat den Medienbestand der South China Morning Post Group für 266 Mio. US$ erworben. Zu dem Medienbestand gehört auch die South China Morning Post (SCMP), eine 112 Jahre alte englischsprachige Zeitung. Die Frage ist, ob die Zeitung nach der Übernahme weiterhin so frei zu den Themen Menschenrechte, Korruption und Demokratie schreiben wird, denn Alibaba steht politischen Kreisen in China sehr nahe.

Die Übernahme stieß in der Öffentlichkeit auf Zurückhaltung und einige machen sich Sorgen, da nicht klar ist, welchen Einfluss sie auf die redaktionelle Meinungsfreiheit der größten englischsprachigen Zeitung Hongkongs haben wird, gerade weil Alibaba bereits angekündigt hatte, die Zeitung zu nutzen, um das Image des eigenen Unternehmens und des von China im Ausland zu erhöhen.

„Wir sind der Meinung, wenn Menschen China besser verstehen, verstehen sie auch unser Unternehmen besser“, äußerte sich Joseph C. Tsai, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, in Q&A auf der SCMP Webseite.

„Genau deshalb passt sie in unsere Strategie – SCMP besitzt eine besondere Ausgangslage, um Menschen weltweit zu helfen, China besser zu verstehen. Was hilft, China bessser zu verstehen – hilft auch, Alibaba besser zu verstehen.“, führt er weiter aus.

Dann äußerte er weitere Ansichten, die nachdenklich stimmen und Besorgtheit auslösen können.

„Eine Vielzahl von Journalisten westlicher Medien stehen dem Regierungssystem Chinas nicht positiv gegenüber und dies beeinflusst ihre Berichterstattung“, äußerte Tsai. „Wir sehen die Dinge anders – wir sind der Überzeugung, man sollte die Dinge so darstellen wie sie sind.“

 

Hier ein Beitrag zu der Übernahme von Newsy Business:


Tsai fügte hinzu, dass sich Alibaba nicht in die redaktionellen Entscheidungen der SCMP einmischen wird, was allerdings im Widerspruch zu mehreren Aussagen von ihm selbst steht.

Am Ende sieht es so aus, als führen Tsais Äußerungen gerade dazu, dass noch mehr „belastende Ansichten“ bei den westlichen Medien ausgelöst werden.

Alibaba gibt bekannt, dass die Übernahme der Zeitung von dem starken Wunsch geleitet ist, Chinas Ansehen zu steigern und eine alternative Sichtweise auf das Land zu bieten – frei von einer vorgefassten Sichtweise westlicher Nachrichten“, schreibt David Barboza in der New York Times.

„Während Alibaba behauptet, die chinesische Regierung habe mit der Übernahme der Hongkonger Zeitung nichts zu tun, richtet sich der Konzern stark nach der Richtung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCH) aus und die Partei nimmt gegenüber den westlichen Medien, die über China berichten, zunehmend eine kritische Haltung ein“, äußerte sich Barboza.

Die South China Morning Post berichtete in der Vergangenheit mehrfach über Dinge, auf die Peking äußerst empfindlich reagierte, darunter die Themen Menschenrechte, Korruption und Demokratie.

Die SCMP , die in dem Hong Kong als ehemals britische Kolonie verwurzelt ist, berichtete bisher weitesgehend unabhängig darüber, was es für berichtenswert hielt und unterlag nicht der strengen Zensur der chinesischen Festland-Medien.

„Ich denke es wird interessant sein zu beobachten, ob die jetzigen Reporter und redaktionellen Mitarbeiter auch in Zukunft weiter für die Zeitung arbeiten. Das ist beobachtenswert“, sagt James Sung, Politik-Experte an der City University of Hong Kong, berichtete Reuters.

Wenn Du mehr über Alibabas politische Verbindungen erfahren möchtest, schau Dir den letzten Bericht von China Uncensored an: 


 

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