Verlieren die Yellowstone Grizzlybären bald ihren Schutz vor Jägern?

11-12-2015 18:43:39 Autor:   Troy Oakes Kategorien:   Nachrichten , Welt

(Bild: Beverly & Pack via Compflght cc)

Was bisher ein Naturparadies für jeden Grizzlybären gewesen war, könnte bald wieder ein Ort sein, an dem Bären gejagt werden. Ein durchgesickerter Regierungsbrief, aus dem „The Guardian“ deutet an, dass Grizzlybären, die in dem knapp 9000 km² großen Yellowstone Nationalpark im Nordwesten der USA leben, schon bald von der Liste bedrohter Tierarten gestrichen werden könnten.

Seit 1975 stehen die Grizzlybären aus dem Yellowstonegebiet auf der Liste bedrohter Arten und genießen somit Schutz vor Jägern.

 

Der „National Park Service“ gab im Jahr 2014 bekannt, die Grizzlybärenpopulation sich auf zwischen 674 und 893 Tiere erholt habe. Bereits seit 1996 bleibe die Zahl fortpflanzungsfähiger weiblicher Bären stabil. Dazu hieß es „der Park hat nun möglicherweise seine ökologische Versorgungskapazität erreicht oder wird sie bald erreichen“, so RT.

Diese Zahlen scheinen den „U.S. Fish- and Wildlife Service“ (FWS) dazu angeregt zu haben, die Liste der bedrohten Tierarten künftig ohne Grizzlybären zu führen. Laut „The Guardian“ teilte Dan Ashe,  Direktor des Fisch- und Wildtierservices (FWS), den Staatsbeamten in dem bekannt gewordenen Brief mit, es gebe „einen als einvernehmlich verstandenen Ablauf, der dem FWS erlauben wird, mit dem angestrebten Verfahren [die Grizzlys von der Liste zu nehmen] fortzufahren.“

Der vom FWS in Betracht gezogene Vorschlag soll bestimmte Vorraussetzungen nennen, bei deren Nichterfüllung die Jagd auf Grizzlybären weiterhin nicht erlaubt sein soll. So dürfe die Grizzlybärpopulation nicht unter 600 fallen „außer es besteht die Notwendigkeit, die Sicherheit von Menschen zu schützen“.  Wenn die Population 747 überschreitet, so dürfen nach derzeitigen Plänen „bis zu zehn Prozent erwachsener weiblicher Grizzlys und bis zu 22 Prozent erwachsener männlicher Grizzlys durch Jagd und andere Methoden getötet werden“, berichtete kürzlich „The Guardian“.

Trotz solcher Regeln zum Schutz der Bärenpopulation äußern sich Naturschutzbünde gegen das Vorhaben. Sie wenden ein, dass Yellowstone heute einer der letzten Orte der USA sei, an denen es noch Bärenpopulationen gebe und das, obwohl Bären früher in ganz Nordamerika von Alaska bis nach Mexiko beheimatet waren.

Bethany Cotton arbeitet als Wildlife Programm Direktorin für den Naturschutzbund „Wild Earth Guardians“. Gegenüber „The Guardian“ kritisierte sie die Entscheidung:

„Wieder sehen wir Direktor Ashe aus politischem Kalkül Geschäfte machen, anstatt der Wissenschaft zu folgen.

Die Verordnung zu bedrohten Arten ist enorm effektiv darin, ebensolchen Arten zur Erholung zu verhelfen. Auch auf Grizzlys wird das zutreffen, allerdings nur, wenn sie so lange unter Schutz stehen, bis die Wissenschaft ihre Erholung deutlich belegen konnte.“

Das „Center for Biological Diversity“ fordert, Grizzlybären auch in Kalifornien wieder einzuführen. Auf ihrer Webseite wird gewarnt, es sei verfrüht, die Tiere nicht mehr als bedroht einzustufen und könne die Yellowstone-Population um mehr als 100 Tiere reduzieren.

„Zudem wäre es dann vollkommen legal, Grizzlybären zu töten, wenn sie sich außerhalb einer auf einer Karte willkürlich gezogenen Linie von „bedroht/ nicht bedroht“ befinden. Dort würde die Tötungsgrenze zum Schutz der Population nicht mehr greifen“, erklärte die Gruppe in einem Statement.

Eine Sprecherin des FWS sagte zu „The Guardian“, dass noch keine endgültige Entscheidung vorliege. „Der Fish- und Wildlife Service glaubt, dass Grizzlybären sich biologisch erholt haben, doch wir schauen uns den Vorschlag, die Bären von der Liste zu nehmen, noch an“, sagte sie. „Wir wollen sehen, ob der Bestand auch ohne dem Schutz groß bleibt, so dass die Spezie nie wieder den Schutz der Verordnung zu bedrohten Arten braucht."

  

 

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