China bezahlt Miss World-Veranstalter

09-12-2015 18:41:06 Autor:   Wilma Oakes Kategorien:   Menschenrechte , Nachrichten

Miss Canada wurde nicht zum Finale in China eingeladen. (Bild: China Uncensored via YouTube)

Nun sind die Miss-World-Teilnehmerinnen in Sanya auf der südchinesischen Insel Hainan eingetroffen, um am Finale des Miss World Wettbewerbs teilzunehmen. Doch ein Land ist nicht vertreten: Miss Canada, Anastasia Lin, die sich offen für Menschenrechtsfragen und Religionsfreiheit insbesondere in China einsetzt, wurde nicht eingeladen.

Lin´s Visum wurde nicht genehmigt, was aber notwendig gewesen wäre, um an der Endrunde des Miss World Wettbewerbs teilzunehmen, der letzte Woche begonnen hatte. In der Hoffnung, bei ihrer Ankunft in Hong Kong ein Touristenvisum zu erhalten, reiste sie dorthin. Chinesische Behörden fanden dies allerdings heraus und hielten sie davon ab, an Bord eines Fluges von Hong Kong nach Sanya zu gelangen.

Noch im Mai, als die 25-jährige Schönheit die Miss World Canada-Krone gewonnen hatte, dachte sie, dass die Endrunde des Wettbewerbs wird in Australien stattfinden würde. Eine Woche später stellte sich jedoch heraus, dass sie in China stattfinden wird. Lin´s Vater, der immer noch in China lebt, wurde von den chinesischen Behörden bedroht. Ihr Vater rief sie an und sagte, sie müsse aufhören, über Chinas Menschenrechtsverletzungen zu sprechen oder er würde den Kontakt zu ihr abbrechen. Lin schwieg zunächst  – dann erkannte sie jedoch, dass man ihren Vater benutzte, um sie zum Schweigen zu bringen. Diese Taktik wird vom chinesischen Regime oft angewandt. Und sie erkannte, wenn sie schweigen würde, unterwirft sie sich diesem Regime und seinen schlechten Absichten. So begann sie, der ganzen Welt zu erzählen, was vorgefallen war und was das chinesische Regime gerade macht. Ihr Vater rief sie daraufhin erneut an und sagte, es ist besser, wenn sie nicht zurück nach China kommen würde, um am Wettbewerb teilzunehmen.

„Die chinesische Regierung versucht, die gute Seite eines Menschen auszunutzen - die Sorge füreinander, für unsere Familiemitglieder, die Liebe, die wir einander schenken - und sie benutzt sie als Waffe, sie setzt sie gegen uns ein.“

äußerte Lin gegenüber dem Wall Street Journal.

„Meine Arbeit beim Film und im Fernsehen warf Licht auf die Dinge, auf die die Kommunistische Partei Chinas sehr empfindlich reagiert ... In einigen Filmen und Sendungen wird die Unterdrückung religiöser Gruppen und die Verfolgung von Falun Gong in China thematisiert. In anderen wird offen über die Medienkontrolle durch CCTV  [dem staatlichen Fersehsender] in China gesprochen.“ erklärte Lin weiter.

Interview mit dem Wall Street Journal – jetzt anschauen:


Lin erzählte einem Reporter der Kanzhongguo (KZG), wie sie herausfand, dass sie die Schönheitswettbewerbe nutzen könnte, um Menschenrechtsverletzungen hervorzuheben, ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegt. „Ich bin keine Politikerin, ich bin eine Schauspielerin, aber ich dachte, ich könnte die Plattform der Schönheitswettbewerbe nutzen, um für diese Menschen zu sprechen.“

Das von China staatlich gelenkte Medium Global Times griff die Schönheitskönigin deshalb öffentlich an und verfasste einen Artikel, der  bei ihren chinesischen Landsleuten den Anschein erweckte, dass sie eigentlich gar nichts über ihr Heimatland wisse:

„Es ist unklar ob sie sich beschwert, weil sie einfach direkt und anspruchsvoll ist. Wenn solch ein hübsches 25-jähriges Mädchen sich beschwert, weil ihr das Visum verweigert wird, dann deshalb, weil sie offen die Wahrheit ausspricht und die chinesische Regierung kritisiert. Ihre Worte können in der westlichen Gesellschaft leicht auf Symphatie stoßen, da dort bereits Vorurteile gegenüber China bestehen. Vielleicht kann man die ganze Episode auch aus einer anderen Perspektive betrachten – ein Mädchen Mitte 20 kann normalerweise nicht so schlecht gesinnt sein. Wahrscheinlich fehlt ihr ein angemessenes Verständnis von ihrem Heimatland, weil Lin als junges Mädchen nach Kanada gekommen war. Sie kann nicht wissen, dass alle Künstler vermeiden sollten, sich an radikalen, politischen Fragen in Zeiten der Globalisierung zu beteiligen. Lin muss lernen Verantwortung zu übernehmen, für ihre Worte und Taten sowie für die möglichen Folgen, die mit dem Weg verbunden sind, den sie basierend auf ihren eigenen Werten gewählt hat.“ schreibt die Global Times.

Der Miss World-Veranstalter hält sich in der Angelegenheit bedeckt.

Der Miss World-Veranstalter sagt, dass er nicht dafür verantwortlich ist, ob die Teilnehmerinnen ein Visa für ihren Wettbewerb bekommen, und er kenne den Hintergrund der Kandidatin nicht, um zu wissen, warum man sie an der Teilnahme hindert.

Jedoch gibt es einen Grund, warum der Miss World-Veranstalter nicht hinter Miss Lin steht. Und welcher wird das wohl sein? Was steuert die meisten großen Unternehmen? ... Geld. Wie im nachfolgenden Video von China Uncensored  zu sehen ist, bezahlte das kommunistische Regime dem Veranstalter 4,8 Mio. US$, damit der Miss World Wettbewerb in China stattfindet.

„Internationale Organisationen wie dieser Miss World-Veranstalter sollten nicht ihre Werte aufgeben, wenn sie beschließen, etwas in China  zu veranstalten. Sie sollten nicht zulassen, dass die Kommunistische Partei Chinas so unvernünftig handelt“, sagt Lin.

Jetzt ansehen: Der vollständige Bericht von China Uncensored :

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