Brutaler Walfang in Japan – kein Ende in Sicht ?

07-12-2015 18:37:27 Autor:   Troy Oakes / Leila Will Kategorien:   Nachrichten , Umwelt

(Bild: Len2040 via flickr/CC BY-ND 2.0)

Trotz internationaler Kritik haben japanische Walfangschiffe ihren Hafen Shimoneseki im Südwesten Japans verlassen und befinden sich derzeit auf dem Weg  in die Antarktis. Von Ende Dezember 2015 bis März nächsten Jahres gehen die Schiffe dort auf Walfang.

Erst 2014 wurde „Walfang“ zum Thema des internationalen Gerichtshofs in Den Haag. Das Gericht urteilte, dass Japans Walfang wissenschaftlich ist, sei nicht hinreichend belegt und damit nicht erlaubt. In jener Saison sagte Japan noch zu, es würde sich an das Urteil halten und fing keine Wale.

„Nun jedoch plant Japan, zwölf Jahre lang in jedem Jahr 333 Minkwale zu töten. Zweck sei es 'wissenschaftliche Forschungen' zu betreiben.“

Laut BBC machen die 333 Minkwale, die in dieser Saison gefangen werden sollen, etwa ein Drittel der vergangenen Jagd pro Jahr aus.

Ein erwachsener und ein heranwachsender Minkwal, die gerade erlegt wurden. Das Schiff im Bild ist die „Nisshin Maru“, ein japanisches Schiff, das als einziges weltweit ein Fabrik-Walfangschiff ist. (Bild: Australian Customs and Border Protection Service via Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0)

 

Die japanische Flotte, die in die Antarktis geschickt wurde, wird die Jagd vorraussichtlich in zwei bis drei Wochen aufnehmen. Australien und Neuseeland äußerten ihr Unverständnis darüber. So sagte der australische Umweltminister Greg Hunt: „In keinem Fall und keiner Form akzeptieren wir das Konzept des Wal-Tötens für sogenannte 'wissenschaftliche Forschung'. [...] Es gibt keinen Grund Wale im Namen der Forschung zu töten. Nicht-tötende Forschungstechniken sind die effektivsten und effizientesten Methoden alle Walarten zu studieren.“

Adam Burling, ein Sprecher von Sea Shepherd, sagte zu Sky News: „Es handelt sich um eine kriminelle Operation und Australien hat ein moralisches, wenn nicht ein legales Recht, dies zu stoppen. Derzeit laufen Verhandlungen japanische U-Boote zu kaufen, wir handeln.“ Burling fordert: „Der Fall muss vorgebracht werden und zwar in aller Schärfe.“

Die Walfänger zeigen sich  indes unbeeindruckt von der Kritik. So besteht Hideki Moronuki von der japanischen Fischereibehörde laut Medienberichten auf die Wissenschaftlichkeit des Vorgehens: „Durch den Fang von Walen zwecks Untersuchungen sammelt Japan wissenschaftliche Daten.“ Er räumt ein: „Ziel ist es auch, den kommerziellen Walfang wiederaufzunehmen. Diese offizielle Sicht der Regierung ändert sich nicht.“

Die Yushin Maru, ein japanisches Harpunenschiff, fängt einen Wal. Das Bild wurde 2008 von australischen Zollagenten gemacht, die  versuchten eine rücksichtslose und willkürliche Jagd nachzuweisen und Japans Behauptung, sie würden Wale für wissenschaftliche Zwecke fangen, widersprechen würde. 2010 reichte Australien beim Internationalen Gerichtshof eine Klage ein, um Japans Walfang zu stoppen. In dem bevorstehenden Verfahren wird dieses Foto eine Schlüsselrolle spielen. (Bild: Australian Customs and Border Protection Service via Wikimedia Commons/CC-BY-SA-3.0)

 

Wale werden seit Jahrtausenden von den Menschen gefangen. Anfänglich, indem sie etwa mit Lärm einzeln in Buchten getrieben wurden um dort qualvoll zu stranden und dann den Volksstamm zu ernähren, schließlich immer kommerzieller.

Die Idee dieses kommerziellen Walfangs hat ihren Anfang in Europa genommen. Waltran wurde als kostbarer Kerzenbrennstoff geschätzt, Walknochen wurden u.a. als Ringe in ausladenden Damenröcken verwendet. Mit dem Voranschreiten der Technik gab es immer neue Gebrauchsmöglichkeiten von Walbestandteilen, die das Geschäft mit dem Walfang sehr lukrativ machten: Walöl in Magarine oder vermengt im Nitroglycerin als Sprengstoff. Ein trauriges Hoch fand  die Ausweidung der riesigen Säuger mit der Entwicklung von Fabrikschiffen, mit denen die Wale direkt auf dem Schiff ausgeweidet und weiterverarbeitet werden können.

Die Größenordnung der Anzahl gefangener Wale belief sich in der Saison 1930/31 nach Zahlen des Internationalen Walfangstatistikbüros beispielsweise auf etwa 40.000 Exemplare.

Zwar ging der Walfang nach dem zweiten Weltkrieg kurzzeitig zurück, da Fabrikschiffe durch Torpedos zerstört wurden, dennoch scheint der „Riese der Ozeane“ auch heute, nach und nach weiter aus unseren Meeren zu verschwinden. Fangquoten für Wale gibt es seit 1948. 1986 wurde diese Quote auf Null runtergeschraubt, wobei Kleinwale jedoch davon ausgeschlossen sind. Obwohl der Bestand sich daraufhin sich etwas erholen konnte, ist der bereits entstandene Verlust enorm hoch und folgenschwer, da vermutet wird, dass Wale zum Erhalten der Meeresökologie unabdingbar sind.

Neben gezieltem Fang ist für die Giganten der Meere die Umweltverschmutzung derzeit eine noch weitaus größere Bedrohung. Mit giftigen Substanzen im Wasser kann ihr Körper oft nicht umgehen.

Viele Wale enden außerdem als Beifang, dies betrifft vor allem kleinere Arten wie Delfine oder Schweinswale. Oft stoßen Wale auch mit Schiffen zusammen und werden schwer verletzt oder durch von Menschen verursachten Lärm so sehr in der Kommunikation gestört, dass die Orientierung abhanden kommt, was nicht selten zu tödlichen Strandungen führt.

 

 

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