Ihr werdet mich nicht dazu bringen, euch zu hassen – ein Trauerbrief eines Ehemanns an die Terroristen von Paris

24-11-2015 18:19:18 Autor:   James Burke Kategorien:   Nachrichten , Gesellschaft

Antoine Leiris’ Ehefrau wurde durch Terroristen in der Bataclan-Konzerthalleconcert in Paris getötet. (Bild: Sarah Stierch via flickr CC BY 2.0)

Es ist etwas mehr als eine Woche her, dass islamische Terroristen 129 Menschen in Paris getötet haben. Da erscheint von Antoine Leiris, einem Ehemann, dessen Frau in der Bataclan-Konzerthalle ums Leben kam, ein Brief, gerichtet an die Mörder seiner Frau.

In dem Schreiben auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, sagt er zu den Mördern seiner Frau, dass er wegen dem Tod seiner Frau nicht dem Hass erliegen wird, genauso wenig wie ihr gemeinsamer 17-Monate alter Sohn.

 

Leiris Frau, die 35-jährige Hélène Muyal, war eine der 89 Menschen, die in der Konzerthalle von den Terroristen getötet worden sind, berichtet The Guardian.

„Bewegend, poetisch und tapfer, Leiris Brief trägt den Titel: 'Ich werde euch nicht hassen'.“

Hören Sie Leiris zu, wie er seinen Brief im BBC News Video vorliest:

 


 

Der Brief ist seit seiner Veröffentlichung tausende Male über Facebook geteilt worden. Hier kannst Du ihn übersetzt lesen.

"Am Freitagabend nahmt ihr einem außergewöhnlichen Wesen das Leben, die Liebe meines Lebens, die Mutter meines Sohnes, aber ihr werdet keinen Hass dafür von mir ernten.

Ich weiß nicht, wer ihr seid, und ich möchte es auch nicht wissen – ihr seid tote Seelen. Wenn der Gott, für den ihr tötet, uns nach seinem Bilde schuf, jede Kugel im Körper meiner Frau wäre eine Wunde in seinem Herzen.

Deshalb werde ich nicht anfangen euch zu hassen. Ihr versucht Hass zu schüren, aber auf das was ihr getan habt mit Zorn zu reagieren, würde uns genauso ignorant sein lassen wie euch.

Ihr wollt, mich ängstigen, damit ich einen misstrauischen Blick auf meine Mitbürger entwickel? Um meine Freiheit der Sicherheit zu opfern? Ihr habt verloren. Die gleichen Spieler. Das gleiche Spiel.

Ich sah sie diesen Morgen, endlich, nach Nächten und Tagen des Wartens. Sie war noch genau so schön, wie an dem Freitagabend an dem sie mich verließ, so schön wie, damals als ich mich vor 12 Jahren unsterblich in sie verliebte.

Natürlich bin ich durch Kummer und Trauer am Boden zerstört - Ich gebe euch diesen winzigen Sieg - aber das wird nur ein kurzfristiger Schmerz sein. Ich weiß, dass sie jeden Tag bei uns sein wird und dass wir uns wiedersehen werden im Paradies der freien Seelen, zu dem ihr nie Zugang bekommen werdet.

Wir sind nur zwei, mein Sohn und ich, aber wir sind stärker als alle Armeen der Welt. Auf jeden Fall möchte ich keine Zeit mehr mit euch verschwenden. Ich muss zurück zu Melvil [seinen Sohn], der gerade von seinem Mittagsschlaf aufwacht; er ist nur 17 Monate alt. Er wird seinen Snack essen wie jeden Tag, und dann werden wir spielen wie jeden Tag, und an jedem Tag seines Lebens wird dieser kleine Junge mit seiner Lebensfreude und seiner Freiheit euch bloßstellen, weil er sich nicht durch euch mit Hass anfüllen lassen hat.“

Das Video von AJ+ zeigt Dir wie die Franzosen auch weiterhin ihre Lebensweise und Kultur feiern auch nach den Terroranschlägen in Paris:

 


 

 

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