Staatlicher sanktionierter Organraub in China geht weiter

01-10-2015 17:01:03 Autor:   James Burke Kategorien:   Nachrichten , Menschenrechte

Der Ermittlungs- und Menschenrechts-Journalist Ethan Gutmann berichtet, dass eine große Anzahl von Glaubens- und Gewissensgefangenen in China auch jetzt noch ihrer Organe wegen getötet wird. (Bild: Screenshot/Vimeo)

Es war 2006, als zum ersten Mal feststand, dass Falun Gong-Praktizierenden heimlich, ihrer Organe wegen, durch das kommunistische Regime Chinas systematisch getötet werden.

Nachdem der international viel beachtete Untersuchungsbericht von Kilgour und Matas über den Organraub veröffentlicht wurde, und aufgrund der bevorstehenden Olympiade 2008 in Peking, dachten viele, dass dieses Verbrechen eingestellt wurde. Aber es war dem nicht so, sagt Ethan Gutmann, ein Ermittlungs- und Menschenrechts-Journalist und bekannter China-Analyst.

"Bis zum Jahr 2008, sind viele China-Experten - ich war auch einer von ihnen - davon ausgegangen, der chinesische Staat würde den Organraub an politischen Gefangenen, aus Angst, dass es zu einer internationalen Verurteilung dieser Vorfälle während der Olympischen Spiele in Peking kommt, stoppen", so Gutmann vor der Congressional-Executive-Commission über China am 18. September in Washington DC.

"Doch die körperlichen Untersuchungen an Falun Gong-Praktizierenden in den chinesischen Haftanstalten zur Feststellung des Zustandes ihrer Organe zeigten sogar einen leichten Aufwärtstrend", berichtete er.

 

Journalist Ethan Gutmann spricht über den Organraub vor der Congressional-Executive-Commission über China. (Screenshot / YouTube)

 

Gutmann erklärte vorher der Kommission, dass die Verfolgung, der Falun Gong-Meditationspraxis 1999 begann, und im folgenden Jahr Krankenhäuser in ganz China "für Transplantationen explosionsartig ausgebaut wurden, was zu einer beispiellosen Zunahme von Transplantationsaktivitäten in ganz China führte."

Bis Ende 2000, sagte Gutmann, seien mehr als eine Million Falun Gong-Praktizierende inhaftiert worden.

"Ab 2001 wurden in chinesischen Militärkrankenhäusern unwiderlegbar Falun Gong-Praktizierende gezielt ihrer Organe beraubt", sagte er. "Ab 2003 wurden dann die ersten Tibeter dort auch ausgeweidet."

Andere Glaubensgefangene, wie Uiguren und Haus-Christen, wurden ebenfalls ins Visier genommen, und ihrer Organe wegen getötet, allerdings in einem geringerem Ausmaß.

Gutmann tritt auch in dem Organraub-Dokumentarfilm „Hard to Believe“ auf, der auf PBS ausgestrahlt wird.

Siehe folgendes Video dazu:

 

 

Gutmann gab der Kommission einen detaillierten Überblick darüber, was in den letzten Jahren, den Organraub betreffend, durch Ermittlungen herausgefunden worden ist.

"Im Jahr 2012 hat Wang Lijun [Ex-Polizeichef von Chongqing] - Bo Xilai´s rechte Hand - versucht, über das US-Konsulat in Chengdu das Land als Überläufer zu verlassen. Zwei Wochen später, hat die "Weltorganisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong" (WOIPFG)  veröffentlicht, dass Wang eine hohe Auszeichnung erhielt, für die Aufsicht bei Tausenden von Organentnahmen und Transplantationen ", sagte Gutmann.

"Für sich selbst verhängnisvoll preisgebend, erklärten die chinesischen medizinischen Behörden der westlichen Presse, sie würden die Organentnahmen an den zum Tode verurteilten Gefangenen in den nächsten fünf Jahren beenden. Jedoch wurde nicht erwähnt, dass Gewissens- oder Glaubensgefangenen ebenfalls die Organe entnommen werden und eine Überprüfung der chinesischen Transplantationspraktiken durch Dritte abgelehnt wurde."

 

Der ehemalige "Überflieger" der Kommunistische Partei Bo Xilai (links), und der ehemalige Polizeichef von Chongqing Wang Lijun, der in ein US-Konsulat im Jahr 2012 geflüchtet ist  (Foto: Epoch Times)

 

In dem Zeitraum von 2012 bis heute – sprechen die chinesischen medizinischen Behörden öffentlich davon, dass ein Mangel an Organen zu Transplantationszwecken bestand, da nur wenige Organe gespendet wurden – das klingt im Zusammenhang mit der explosionsartigen Zunahme an Transplantationen sehr seltsam.

"Während Chinas Krankenhäuser seit 2006 keine Informationen mehr preisgaben was die Transplantationsaktivitäten betraf, nahm die Einstellung von Transplantationsteams in den Krankenhäusern die dafür bekannt sind, Gefangenen aus Glaubens- oder Gewissensgründen Organe illegal zu entnehmen zu. In einer Handvoll von Krankenhäusern - so zum Beispiel, im Militärkrankenhaus 309 in Peking – sind die Transplantationen praktisch stetig gestiegen".

Gutmann bestätigt, dass Zeugenaussagen zeigen, warum dies geschieht.

"Einer sprach mit mir über mehr als 500 Falun Gong-Gefangenen, die ihrer Organe wegen, an einem einzigen Tag untersucht wurden", er sagte noch, er würde es beschreiben als „größte Schlachtvieh-Begutachtung", die er kannte.

Er hat auch von einem westlichen Arzt erfahren, dass ein Chirurg eines chinesischen Militärkrankenhauses bestätigte, dass Gefangene ihrer Organe wegen abgeschlachtet werden.

"Falun Gong-Praktizierende aus allen Provinzen Chinas haben beschrieben, dass die Polizei gewaltsam Blutproben und DNA-Wangenabstriche von ihnen nahmen und dies nicht in einem Gefängnis, nicht in einem Lager, sondern direkt bei ihnen zu Hause", sagte er.

 

Ein Gemälde der Internationalen Ausstellung "Die Kunst von Zhen, Shan, Ren (Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht)", das den Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierende in China zeigt.

 

Gutmann führte weiter aus, dass die offizielle chinesische Zahl an Transplantationen pro Jahr, nämlich 10.000, erfunden ist.

"Die tatsächliche Anzahl ist wahrscheinlich, dreimal so hoch", sagte er.

"Und die öffentliche Erklärung mehrerer chinesischer medizinischer Einrichtungen für zukünftige ethische Verhältnisse bei Transplantation sei einfach nur zur Tarnung geäußert worden, um weiter im Hintergrund gewaltlose politische Gefangene töten zu können."

Das Buch von Gutmann: "The Slaughter: Massenmord, Organraub und China 's geheime Lösung, für sein Dissidentenproblem" wurde im letzten Jahr veröffentlicht.

In diesem Video sind alle Vorträge vor der Congressional-Executive-Commission über China zu sehen. Die Anhörung fand in Anbetracht des geplanten Staatsbesuches des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in der USA statt.

 

 

 

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