Das Tianjin-Inferno: Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung

18-08-2015 15:57:54 Autor:   James Burke Kategorien:   Politik , Gesellschaft , Nachrichten

Explosion in China - Aufnahmen einer Drone zeigen die Verwüstung in Tianjin (Quelle: Youtube)

Da immer mehr Videos der massiven Explosionen im Internet veröffentlicht werden, die die chinesische Hafenstadt Tianjin letzten Mittwoch erschütterten, versuchen die Behörden Informationen über die Tragödie zu sperren.

Es wird angenommen, dass mindestens 50 Menschen bei den zwei furchtbaren Explosionen in einem Lagerhaus, in dem gefährliche Chemikalien gelagert wurden, ums Leben gekommen sind. Unter ihnen 12 Feuerwehrmänner, die das Feuer in dem Industriegebiet löschen sollten, berichtete AP.

Hunderte wurden verletzt, von der Anzahl der Vermissten wurden aber noch keine Zahlen veröffentlicht.

Wie ein Kriegsschauplatz

Die Explosion fand in einem Lagerhaus von Ruihai Logistics statt, sie ließ von den nahgelegenen Häuser nur Skelette übrig und verwandelte 1.000 neue Autos in verkohlte Blechschalen.

Die oberen Drohnenaufnahmen zeigen das Ausmaß der Verwüstung, das durch die Explosionen verursacht wurde. Das untere Video besteht aus mehreren Aufnahmen, die die Explosionen zur gleichen Zeit zeigen:

 

Der AP Reporter Christopher Bodeen schrieb, dass es typisch in China ist, dass die Behörden Informationen über Tragödien strengstens kontrollieren. Er berichtete, dass für Journalisten der Zutritt zu dem betroffenen Gebiet untersagt wurde.

Zur gleichen Zeit passierten im Internet merkwürdige Sachen.

„Auf Weibo, der beliebten chinesischen Mikroblogging-Plattform, beschwerten sich einige Nutzer, dass ihre Beiträge über die Explosionen gelöscht wurden, und die Anzahl der auffindbaren Posts zur Tragödie schwankte, was ein Zeichen dafür ist, dass die Behörden die Anzahl der Beiträge manipulierten oder einschränkten“, schrieb Bodeen.

Er sagte auch, dass der staatliche Nachrichtensender CCTV eine Pressekonferenz live aus Tianjin übertrug. Dort wurde Wen Wurui, der Vorsitzende der Umweltschutzabteilung der Stadt Tianjin, von einem Reporter gefragt, ob die Chemikalien weit genug von den bewohnten Häusern im Lagerhaus gelagert wurden. Wen wusste nicht, wie er darauf antworten sollte. „Der Rundfunkveranstalter schaltete plötzlich von der Pressekonferenz weg, um dann später wieder zuzuschalten,“ fügte Bodeen hinzu.

Augenzeugenberichte

Einige Augenzeugenberichte kannst Du Dir in dem unteren Video ansehen:

 

 

Während der Vorsitzende der Umweltschutzabteilung anscheinend nach Worten rang, gab es einige Einwohner, die ihre Erfahrungen teilten.

„Ich dachte, dass es ein Erdbeben war, deswegen eilte ich ohne meine Schuhe nach unten“, erzählte Zhang Siyu, die in Tianjin wohnt AP. Ihre Wohnung befindet sich einige Kilometer von dem Explosionsort entfernt.

„Erst draußen wurde mir klar, dass es eine Explosion war. Da war ein riesiger Feuerball mit dicken Wolken am Himmel. Alle konnten ihn sehen.“

Nach der Explosion verbrachte der Lastwagenfahrer Zhao Zhancheng die Nacht in der Kabine seines Fahrzeugs. „So hat man uns eine Atombombe beschrieben“, sagte Zhao. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so ein Ding zu sehen bekomme. Es war furchterregend, aber auch wunderschön.“

In Tianjin leben etwa 15 Millionen Menschen und die Stadt befindet sich 120 Kilometer östlich von Peking.

Sehe Dir einige Tweets unten an, die die Folgen der Explosion zeigen:

 

 

 

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