Was am schwarzen Freitag geschah

15-07-2015 15:09:23 Autor:   Zhang Yuan / Hannelore Kategorien:   Menschenrechte , Nachrichten , Politik

Zahlreiche Menschenrechtsanwälte wurden letzten Freitag in einer großen Verhaftungswelle festgenommen (Bild: NTD)

„Schwarzer Freitag“, so nannte die Japanische Zeitung ASAHI den letzten Freitag in China, weil das Regime plötzlich eine massive Festnahmeaktion gegen  MenschenrechtsawälteInnen im ganzen Land einleitete. Ähnliches ist in der Geschichte Chinas immer wieder besonders dann vorgekommen, wenn eine Dynastie zu ihrem Ende kam. Initiator der massiven Festnahmen  sei die Staatssicherheitsbehörde Chinas, weil sie den Sturz der ganzen Partei fürchtet oder stecken dahinter Jiang Zemin und seine Gefolgschaft, die aufgrund der landesweiten Anklagewelle gegen Jiang Angst bekommt sich vor Gericht für ihre Taten  verantworten zu müssen? Vielleicht spielt ja auch beides eine Rolle.

Erst im Mai versprach das Regime  den Bürgern öffentlich: „jeder Fall wird bestimmt untersucht, jede Anklage wird angenommen werden“. Anscheinend wollte die neue Parteiführung das Herz der Bevölkerung gewinnen, jedoch kann sie offenbar keine Harmonie herstellen. Gleich nach dem Versprechen der neuen Parteiführung gab es eine Welle von Anklagen gegen den damaligen Diktator Jiang Zemin, ein wahrer Schneesturm - mehr als 60.000 Anklagebriefe sind mittlerweile von Falun Gong Praktizierenden aus dem In- und Ausland mit dem Vorwurf  „Genozides“ und der „Massenvernichtung“ bei den  Gerichten eingetroffen. (Bei Falun Gong handelt es sich um eine Gruppe von gläubigendes Menschen, die in China und der ganzen Welt viele Anhänger hat). So etwas gab es noch nie in China. Ist die Parteiführung nicht bereit, diese Anklagewelle willkommen zu heißen? In der Geschichte Chinas gab es zwar gelegentlich einzelne Untertanen, die Klagen gegen einzelne Beamte führten, aber an eine Klage gegen einen Ex-Staatspräsidenten und Parteiführer wagte niemand auch nur im entferntesten zu denken. Genau dies geschah aber gerade jetzt wirklich in China und löste ein starkes Echo in den oberen Parteikreisen aus. Angst haben vor allem diejenigen, die an dem Genozid und der Massentötung beteiligt waren und auch heute noch beteiligt sind. Man kann sich ihre Panik lebhaft vorstellen.

 Wenn der alte Riss noch da ist, wird die neue Fassade dem neuen Regime auch nicht helfen.

 

 

 

LIKE uns auFacebook, oder folge uns auf  Twitter.