Überläufer beschreiben, warum Nordkorea die Hölle auf Erden ist

12-01-2015 10:43:38 Autor:   James Burke Kategorien:   Gesellschaft , Gesellschaft , Leben , Menschenrechte

Wenn du ein politisches „Verbrechen“ in Nordkorea begehst - du schaust dir z.B. einen ausländischen Film an - dann wirst nicht nur du alleine hart bestraft. Deine Familie, deine Eltern, deine Geschwister und selbst deine Kinder werden auch einen hohen Preis zahlen müssen.
 
Das ist die Aussage eines nordkoreanischen Überläufers; er gehört zu denjenigen, die jetzt in Seoul leben und in der obigen 20-minütigen Reportage von Sky News, interviewt wurden.
 
Momentan leben etwa 25.000 Nordkoreaner in Südkorea, die alle als Überläufer angesehen werden. Viele von ihnen verbrachten einige Zeit in den repressiven staatlichen Gulags, in denen Folter, Hinrichtungen, Vergewaltigungen und Verhungern an der Tagesordnung sind.

Eine Folterdarstellung, wie sie von Gefängnisinsassen im nordkoreanischen Gefängnissystem erlebt wurde. (YouTube/Screenshot)

 Es wird angenommen, dass im Moment mehr als 100.000 Menschen in politischen Gefangenenlagern in ganz Nordkorea sitzen. Einer der interviewten Überläufer aus dem Video ist ein 25-jähriger Mann, der aus einem Lager fliehen konnte und sein jetziges Leben, in der wohlhabenden, modernen Stadt Seoul, kaum glauben kann.
 
„Das Entsetzlichste ist, dass diese Menschen sterben und niemand in der Außenwelt davon Kenntnis nimmt,“ sagt der junge Mann, der unerkannt bleiben möchte.

Eine Folterdarstellung, wie sie von Gefängnisinsassen im nordkoreanischen Gefängnissystem erlebt wurde. (YouTube/Screenshot)

Er lebt jetzt mit seiner Mutter, die auch aus Nordkorea fliehen konnte. Sie will zuerst nicht mit Sky über ihre Erlebnisse im staatlichen Gefängnissystem reden, entscheidet sich dann doch anders.
 
„Ich muss das der Welt erzählen, ich bin ein Mensch, dem viel Ungesagtes auf der Seele liegt. Ich war dort; all die Folter,“ sagte sie.

 Die Mutter sagt, dass die Wächter grausamer als Bestien waren.

Sie beschrieb auch die kleinen Zellen, in denen Gefangene gehalten wurden. Sie waren nicht groß genug, um darin zu stehen. Nur beim Sitzen gab es ein bisschen Kopffreiheit. „Du kriechst hinein und hinaus wie ein Hund,“ sagte sie.

Darstellung der Zustände im nordkoreanischen Gefängnissystem. (YouTube/Screenshot)

Sie hat zwei Jahre in solchen Verhältnissen gelebt. Ihr Verbrechen bestand darin, dass sie aus ihrem Land fliehen wollte.
 
Etwa 2.000 Nordkoreaner erreichen jährlich den sicheren Hafen von Seoul, aber ihre Reise ist voller Gefahren und Verlust.
 
Die stark bewachte Grenze zwischen Nord und Süd lässt nur einen Fluchtweg durch China zu. Die geflohenen Nordkoreaner versuchen, eine südkoreanische Botschaft in einem südostasiatischen Land zu erreichen, wo ihnen automatisch die südkoreanische Staatsbürgerschaft zuerkannt wird.
 
ABER wenn sie auf ihrer Reise in China gefangen werden, schicken die chinesischen Behörden sie dann wieder zurück in den Norden, wo sie entweder hingerichtet oder in ein Gefangenenlager geworfen werden.
 
Eine nordkoreanische Frau erzählte Sky, dass sie ihr Kind auf der Reise durch China verloren hatte. Die beiden wurden gefangen genommen und auseinander gerissen. Die Mutter wurde verkauft und musste auf einem Bauernhof arbeiten, ihre junge Tochter wurde ebenfalls verkauft und weggebracht. Wo sich ihr Kind jetzt befindet, ist unbekannt.
 
Obwohl Freiheit eine großartige Sache ist, erfolgt die Integration von Nordkoreanern in die südkoreanische Gesellschaft schleppend. Die Regierung versucht ihr Bestes, um sie bei ihrem neuen Leben zu unterstützen, doch die Überläufer werden von ihrer Vergangenheit verfolgt.
 
Es ist nicht einfach.

„Menschen in Südkorea verstehen unsere Leiden nicht,“ sagt ein Überläufer.

 

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