Die Jeans des Wahnsinns

09-01-2015 10:39:28 Autor:   Anna Samarina Kategorien:   China , Gesellschaft , Umwelt

Die Dokumentation „Der Preis der Blue-Jeans“, die in August 2012 im Ersten ausgestrahlt wurde, ist immer noch top-aktuell und zeigt genau wie Arbeiter ausgebeutet und die Umwelt verschmutzt wird.
 
Früher legte man bei der Jeansherstellung viel Wert auf Qualität: Eine Jeans sollte bequem sein und selbst bei Schwerstarbeit lange halten; sie war das Symbol für Freiheit und den „American Way of Life.“ In der heutigen Konsumgesellschaft, in der ein Trend einem anderen nachjagt, sollte eine Jeans vor allem zwei Dinge gewährleisten: billig sein und gut aussehen. Die großen Textilkonzerne versuchen ohne Gewissen diesem Trend zu folgen, das geschieht meistens auf Kosten der Menschen, die diese Waren produzieren.

Jeans vor dem Abtransport ins Ausland. (Screenshot/Der Preis der Blue-Jeans)

Die meisten Jeans, die in Deutschland in den Handel kommen, werden in China hergestellt, und bevor eine Jeans im Billigdiscounter oder als Edelmarken in Deutschland verkauft werden kann, muss sie einen langen Herstellungprozess durchlaufen: Das Material einer Jeans wird aus chemisch gefärbter Baumwolle gewebt, nach vorgegebenem Muster geschnitten und in mühsamer Handarbeit zusammengenäht (denn in China ist Handarbeit billiger als die maschinelle Herstellung). Im nächsten Schritt kommt die Jeans in die Chemieabteilung und wird dort mit Bleichmitteln und verschiedenen gesundheitsschädlichen Chemikalien besprüht; in Handarbeit, versteht sich. Dabei achtet niemand auf die Gesundheit der Arbeiter; die Arbeit wird in Kellern verrichtet, in denen es keine Lüftung gibt. Die Chemikalien schwirren in der Luft und werden von den Arbeitern 15 bis 16 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche eingeatmet.

Gesund sieht anders aus: Besprühen von Jeans in einer Fabrik in Guangzhou. (Screenshot/Der Preis der Blue-Jeans)

Im nächsten Schritt schleifen Arbeiter in Knochenarbeit die Jeans mit Sandpapier, um den momentan beliebten „Used-Look“ zu erzeugen. Im letzten Schritt wird die Jeans bis zu 20 Mal gewaschen, damit die Kunden in Deutschland nichts von den Chemikalien merken, mit denen die Jeans bearbeitet wurde. Das schmutzige Wasser wird ungefiltert nach draußen geleitet und landet schließlich in Flüssen, die die Erde in Ufernähe verseuchen und unfruchtbar machen.

Das violette Kaliumpermanganat belastet das Wasser in der ganzen Umgebung. (Screenshot/Der Preis der Blue-Jeans)

Vielleicht sollte ich auf ein anderes Kleidungsstück umsteigen, das weniger schädlich für Land und Leute ist. Nur welches?

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